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Märchen, Mythen und Moderne

200 Jahre «Kinder- und Hausmärchen» der Brüder Grimm – Teil 1 und 2

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Edited By Claudia Brinker-von der Heyde, Holger Ehrhardt and Hans-Heino Ewers

Im Dezember 2012 jährte sich zum 200. Mal das Erscheinen der Kinder- und Hausmärchen. Dieses Jubiläum nahm die Universität Kassel zum Anlass, einen internationalen Kongress mit dem Titel Märchen, Mythen und Moderne. 200 Jahre Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm zu veranstalten. Die vorliegenden Kongressbeiträge nähern sich dem populärsten Werk der Brüder Grimm sowohl literatur- und sprachwissenschaftlich als auch aus Sicht der Kinder- und Jugendliteratur, Psychologie und Pädagogik, Medienwissenschaft und interkulturellen Rezeptionsforschung. Über die Märchen hinaus finden sich Studien zum philologischen, lexikographischen, mythologischen und rechtshistorischen Werk der Brüder Grimm.
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Bearbeitungen, Neuschreibungen und Übersetzungen – Die Märchen der Brüder Grimm im Verlag Calleja: Isabel Hernández

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Isabel Hernández

Bearbeitungen, Neuschreibungen und Übersetzungen – Die Märchen der Brüder Grimm im Verlag Calleja

Die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Spanien veröffentlichten Ausgaben der Märchen der Brüder Grimm weisen, einzig und allein aufgrund der besonderen spanischen Eigenart, ganz andere Charakteristika auf als die von anderen Ländern. Um die Gründe dieses wesentlichen Unterschieds zu verstehen, müsste man den historischen Prozess untersuchen, den die Kurzprosa und insbesondere das Volksmärchen im Laufe der Jahrhunderte erfuhren.1 Aber auf jeden Fall müssen drei wesentliche Umstände berücksichtigt werden, die den Werdegang der Literatur in unserem Land definieren: die enorme Sorge um alles Pädagogische, die sich in der Literatur schon seit dem Mittelalter beobachten lässt,2 die Bedeutung der aufklärerischen Ideologie und infolgedessen das Fehlen einer romantischen Bewegung. Keiner dieser drei Umstände ist unabhängig von den anderen beiden, denn alle haben eine enge Beziehung zueinander und sind füreinander entscheidend: Obwohl im Mittelalter nur Gattungen wie dem Exempel mit deutlich didaktischer Funktion, Glaubwürdigkeit geschenkt wurde, vermehren sich im 16. und 17. Jahrhundert Schriften pädagogischer Art.3 Während des 18. Jahrhunderts verschärft sich diese Tendenz, vor allem wegen des großen französischen Einflusses in allen kulturellen Bereichen. In Spanien beauftragen aufklärerische Minister und Adlige Schriftsteller damit, neue Werke für Kinder zu verfassen, während viele andere aus fremden Sprachen übersetzt werden, wie die von einigen franz...

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