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Von Homer bis Theodosius dem Großen

Sechzehn historische Fiktionen mit Themen der griechischen und römischen Geschichte

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Gunther Gottlieb

Was wäre geschehen, wenn…? Diese Frage wird an zentralen Ereignissen und großen Persönlichkeiten der griechischen und römischen Geschichte bearbeitet, wobei die Einbindung in den jeweils kulturellen Kontext Beachtung findet. Ziel des Buches ist es, Gedankenspiele einzuüben, Argumentationen zu erfinden und zu überprüfen sowie tiefer einzudringen in Pläne, Vorstellungen, Wünsche und Absichten von Einzelpersönlichkeiten oder Gemeinschaften. Die sechzehn Kurzessays verstehen sich als kulturgeschichtlich ausgerichteten Beitrag zur historischen Literatur.
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Hätte der Peloponnesische Krieg mit Perikles gewonnen werden können?

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Einer meiner Frankfurter akademischen Lehrer, Otto Voßler, Historiker für neuere und neueste Geschichte, schärfte seinen Studenten ein, ein Historiker dürfe niemals mit ‘hätte’ und ‘wenn’ argumentieren. Und jetzt sollen wir darüber nachdenken, ob Athen den Peloponnesischen Krieg hätte gewinnen können, wenn Perikles nicht gleich im zweiten Kriegsjahr einer in Athen wütenden Seuche zum Opfer gefallen wäre. Ganz gegen die doch offenkundig guten Sitten der historischen Wissenschaft! Gegen einen methodischen Grundsatz! Vielleicht doch nicht ganz gegen die Regeln, wenn man bedenkt, daß ein anderer, jüngerer Historiker, der Heidelberger Neuhistoriker Volker Sellin, in seiner Einführung in die Geschichtswissenschaft die Überzeugung äußert (wir haben sie schon in der Einführung herangezogen), nicht so sehr irgendwelche handwerklichen Kenntnisse, sondern vor allem Phantasie und Erfindungskraft seien neben einem kritischen Verstand die wichtigsten Voraussetzungen für jede historische Arbeit. Dann mag es auch gestattet sein, auf der Basis von Quellenbefunden und gesicherten Erkenntnissen einer Fiktion wie der hier als Frage formulierten nachzugehen.

Mit dieser Absicht verbinden sich weiterreichende Fragen: Wäre ein siegreiches Athen ein Unheil für das griechische Mutterland gewesen? Wäre Athen politisch, strukturell und moralisch in der Lage gewesern, in verantwortungsbewußtem Handeln ein Imperium zu errichten und zu führen? Hätten sich der Niedergang der Poliswelt aufhalten, Einfluß und Einmischung der Perser zurückdrängen lassen? Oder wäre die Entwicklung, wie sie sich im 4. Jahrhundert vollzogen hat, in vielleicht etwas abgewandelter...

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