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Von Homer bis Theodosius dem Großen

Sechzehn historische Fiktionen mit Themen der griechischen und römischen Geschichte

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Gunther Gottlieb

Was wäre geschehen, wenn…? Diese Frage wird an zentralen Ereignissen und großen Persönlichkeiten der griechischen und römischen Geschichte bearbeitet, wobei die Einbindung in den jeweils kulturellen Kontext Beachtung findet. Ziel des Buches ist es, Gedankenspiele einzuüben, Argumentationen zu erfinden und zu überprüfen sowie tiefer einzudringen in Pläne, Vorstellungen, Wünsche und Absichten von Einzelpersönlichkeiten oder Gemeinschaften. Die sechzehn Kurzessays verstehen sich als kulturgeschichtlich ausgerichteten Beitrag zur historischen Literatur.
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Die Römer verlassen nach der Eroberung Roms durch die Gallier ihre Stadt (389 v. Chr.)

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Trotz der flammenden, patriotischen Rede, die M. Furius Camillus, damals als Inhaber des außerordentlichen Amtes der Diktatur mit höchsten Vollmachten ausgestattet, vor der Volksversammlung gehalten hatte, und die der Geschichtsschreiber Titus Livius in seine Römische Geschichte aufnahm65, beschloss die Volksversammlung mit großer Mehrheit, das völlig zerstörte Rom zu verlassen und in das etwa 15 km nördlich gelegene, bis vor kurzem noch etruskische Veji auszuwandern.

In den Geschichtsbüchern lesen wir es anders! Danach ist der historische Hintergrund dieser Ereignisse folgender: Die in Oberitalien, in der Poebene siedelnden Kelten, von den Römern Gallier genannt, fielen immer wieder in die Länder südlich des Apennin ein und plünderten die fruchtbaren Regionen Etruriens. Um 390 v. Chr. drangen sie unter Führung eines gewissen Brennus weiter nach Süden vor. Nach neuerlichen Erfolgen in Etrurien bedrohten sie Rom. Der Versuch der Römer, die keltischen Scharen am Fluß Allia aufzuhalten, endete mit einer schweren Niederlage des römischen Heeres. Rom lag ungeschützt vor den Feinden, wurde über Monate belagert und schließlich niedergebrannt. Nur das Kapitol konnte gerettet werden. Reste des geschlagenen römischen Heeres hatten sich bereits gleich nach dem mißglückten Waffengang an der Allia auf das rechte Tiberufer, also auf das ehemalige Territorium von Veji, zurückgezogen, was wie ein Zeichen, dass man Rom aufgegeben habe, wirken mußte. Camillus jedoch gab die römische Sache nicht verloren. Er konnte die Römer überzeugen,...

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