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Familiennamen zwischen Maas und Rhein

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Edited By Peter Gilles, Cristian Kollmann and Claire Muller

Die Familiennamen im Gebiet zwischen den Flüssen Maas und Rhein stellen infolge der komplexen politisch-historischen Grenzziehungen und durch ihre Lage in der Kontaktzone zwischen Germania und Romania eine besonders vielfältige Quelle für die Namenforschung dar. Der Band umfasst komparative und systematische Beiträge zu den Familiennamenlandschaften in den Grenzregionen von Luxemburg, Belgien, Deutschland und Frankreich, die aus sprachhistorischen, kontaktlinguistischen und kartographischen Perspektiven beleuchtet werden. Diese Artikelsammlung richtet sich damit sowohl an Sprachhistoriker wie auch an Kulturhistoriker.
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Vorwort

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Erfreulicherweise kann für die Namenforschung seit einigen Jahren wieder eine rege Forschungsaktivität festgestellt werden. Für die Familiennamen manifestiert sich dies u.a. in zahlreichen europäischen Großprojekten wie dem ‚Deutschen Familiennamenatlas‘ (DFA), dem ‚Digitalen Familiennamenwörterbuch Deutschlands‘ (DFD), den ‚Familiennamen Österreichs‘ (FamOs), den ‚Family Names of the United Kingdom‘ (FaNUK) oder dem ‚Luxemburgischen Familiennamenatlas‘ (LFA). Nicht zuletzt zeugen zahlreiche Monographien, Sammelbände, Artikel und Qualifikationsarbeiten der letzten Dekade vom neu erwachten linguistischen, dialektologischen sowie sprachund kulturhistorischen Interesse an der Namenforschung, das weit über das vorherrschende genealogische Moment hinaus geht. Grob zusammengefasst lassen sich zwei aktuelle Trends beobachten: Zum einen können Namenverteilungen durch neue Visualisierungsverfahren in einem ungleich größeren Umfang kartographiert werden und mit weiteren sprachlichen, i.e. dialektologischen Isoglossen, und/oder außersprachlichen Informationen korreliert und durch quantitative Auswertungen validiert werden. Zum anderen rücken prononciertere linguistische Fragestellungen in den Fokus, die nicht nur lautgeschichtliche Herleitungen sondern insbesondere morphologische Aspekte betreffen.

Im Kontext dieser beiden Trends sind auch die Beiträge des vorliegenden Bandes angesiedelt, die auf eine Tagung der Universität Luxemburg mit dem Titel „Familiennamen zwischen Maas und Rhein. Etymologien, Sprachkontakt, Kartierung“ (21.-22. September 2011) zurückgehen. Der gemeinsame Ausgangspunkt der folgenden Studien ist demnach ein regionaler: Initiiert durch die Arbeiten am ‚Luxemburgischen Sprachatlas‘ wurde der geographische Raum zwischen den Flüssen Maas und Rhein als Maximalausdehnung eines komplexen Familiennamengeflechts identifiziert. Dieses weist historisch bedingt große Ähnlichkeiten auf, hat sich jedoch aufgrund politischer Grenzziehungen seit dem 17. Jh. mehr und mehr diversifiziert. Das Themenspektrum umfasst die Sprachgeschichte, inklusive des historischen Sprachkontakts zwischen Germania und Romania, ferner die Namenwortbildung sowie insgesamt die Kartierung von Familiennamen.

Die vorliegende Publikation enthält eine Auswahl der auf der Tagung gehaltenen Vorträge in ausgearbeiteter und teilweise modifizierter Form. Alle Beiträge wurden einem Begutachtungsverfahren unterzogen. In fünf Beiträgen liegt der Schwerpunkt auf Luxemburg und der angrenzenden Großregion (Gilles, Kollmann, C Muller, Flores, J-C Muller). In zwei weiteren Aufsätzen richtet sich der Fokus auf Belgien, wobei jeweils Wallonien (Germain) und Gesamtbelgien (Marynissen) ins Auge gefasst werden. Die Beiträge von Dräger/Kunze und Fahlbusch/Heuser schließlich erweitern den Blickwinkel des „Deutschen Familiennamenatlasses“ (DFA) auf das angrenzende Luxemburg und Belgien. Gemeinsam ist damit allen Beiträgen die grenzüberschreitende Perspektive.

← 7 | 8 → An dieser Stelle möchten wir allen Kolleginnen und Kollegen, insbesondere dem Gutachter, für ihre konstruktive Mitarbeit an der Erstellung dieses Bandes danken. Für die Mitarbeit bei der Gestaltung des Bandes danken wir Mara Bilo, Benoît Junk und Caroline Döhmer.

Luxemburg, im Dezember 2013Die Herausgeber