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Afrikanische Silbenspiele

Betrachtet im Kontext von Sondersprachen

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Patricia Friedrich

Silbenspiele sind ein weltweit verbreitetes Phänomen; auch in Afrika sind sie in vielen Sprachen bekannt und dokumentiert. Vor allem Kindern und Jugendlichen wird die belustigende Beschäftigung mit diesen «Geheimsprachen» zugeschrieben. Das Buch widmet sich ihnen in zweifacher Hinsicht: Zum einen stellt es die formalen Bildungsregeln solcher Sprachen dar und systematisiert sie, zum anderen geht es auf die soziolinguistischen Gemeinsamkeiten dieses Phänomens ein. Im Anschluss daran werden Silbenspiele von ähnlichen sprachlichen Phänomenen wie Argots, Respektsprachen und Jugendsprachen abgegrenzt, mit denen sie sowohl Bildungsregeln als auch Funktionen teilen. Das Buch leistet damit einen Beitrag zur ganzheitlichen Betrachtung von Silbenspielen.
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5 Fazit

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In diesem abschließenden Kapitel sollen die wichtigsten Ergebnisse dieser Arbeit zusammengefasst werden. Daran anschließend werden mögliche zukünftige Forschungsperspektiven aufgezeigt; auch ein eventueller Zusammenhang von Formen und Funktionen der in dieser Arbeit betrachteten Silbenspiele und Sondersprachen soll kurz diskutiert werden.

In dieser Arbeit ist in Anlehnung an LAYCOCK (1972) und BAGEMIHL (1995) eine rein formale Definition von Silbenspielen erarbeitet worden. Zu diesem Zweck sind anhand dieser beiden Definitionen drei Kriterien entwickelt worden, die ein Sprachspiel erfüllen muss, um als Silbenspiel bezeichnet werden zu können (vgl. 2.8). In Zusammenhang mit dieser strukturellen Definition ist auch die Konfusion in der Literatur bezüglich der Benennung solcher Spiele aufgezeigt und durch die Verwendung des bisher nicht gebrauchten Begriffes „Silbenspiel“ umgangen worden (vgl. 1.1).

Im Anschluss daran ist gezeigt worden, dass diese rein formale Definition von Silbenspielen nicht ausreicht, um das Phänomen umfassend zu beschreiben: So wird, erstens, nicht der Tatsache Rechnung getragen, dass die Funktionen verschiedener Silbenspiele weltweit nahezu identisch sind, und zweitens können bestimmte Sprachen, die funktional nicht in diese Kategorie fallen sollten, durch die ausschließlich auf der Struktur beruhende Definition nicht von Silbenspielen unterschieden werden. Dies betrifft beispielsweise Kibalele, ein Argot, das in Bukavu (Demokratische Republik Kongo) verwendet wird (vgl. 4.4), sowie das auf Schablonen basierende Silbenspiel aus dem Amharischen (vgl. 2.5.4 sowie 4.4). Aus diesem Grund wurde eine die formale Definition ergänzende soziolinguistische Definition von Silbenspielen entwickelt, die sich aus den Funktionen dieser Spiele sowie Dichotomien zur...

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