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Bricolage

Ein kommunikatives Genre im Sprachgebrauch Jugendlicher aus der Deutschschweiz

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Esther Galliker

Wie verwenden Jugendliche die Vielfalt ihrer sprachlichen Ressourcen? Und welche Funktionen weist ihr Umgang mit sprachlicher Varianz auf? Anhand detaillierter linguistischer Analysen authentischer Gespräche beschreibt die empirische Untersuchung das Gesprächsverhalten einer Gruppe Gymnasiasten aus der Deutschschweiz. Über das Konzept der Bricolage wird aufgezeigt, wie kompetent die Jugendlichen verschiedene Sprechstile und Sprachen miteinander kombinieren und welche u.a. sozialen Funktionen sie dadurch ausdrücken. Der Beschreibung dialektaler Variation kommt dabei ein besonderer Stellenwert zu, da ihr in der deutschsprachigen Jugendsprachforschung bis dahin noch wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Theoretisch und methodisch orientiert sich die Arbeit an der Ethnographie der Kommunikation.
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5.4 Sprechstilistische Bricolagen

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5.4Sprechstilistische Bricolagen

Das folgende Kapitel befasst sich mit sprechstilistischen Bricolagen. Darunter ist in sensitivierender Weise zu verstehen, dass die Einheiten, welche in den Bricolagen übernommen resp. transformiert werden, (längere) sprachliche Äusserungen sind, die gleichzeitig eine bestimmte Kombination an Merkmalen auf verschiedenen Ebenen des Ausdruckssystems aufweisen. Zentral dabei ist wiederum, dass dabei aus den bestehenden Ressourcen in der Interaktion etwas Neues hervorgebracht wird. Im Ethnographie-Kapitel (Kp. 4.8) wurden drei kommunikative soziale Stile der Peergruppe detailliert beschrieben, die als solches Bündel von Merkmalen eine bestimmte soziale Funktion inne haben: Der „urchige“ Stil wird für Fremddarstellungen der lokalen Arbeiterschicht oder Bauern verwendet, der „ethnolektale“ Stil dient primär der Stilisierung der Sprache Jugendlicher mit Migrationshintergrund und auch jener der Hip-Hop-Szene und der für die Gruppe selber charakteristische Sprechstil „ibi“ verwenden die Jugendlichen für Selbstdarstellungen. Die verschiedenen, im Korpus auftauchenden Varianten sprechstilistischer Bricolagen werden exemplarisch anhand dieser drei Ressourcen dargestellt. Analog zu den vorangehenden Kapiteln gliedert sich dementsprechend auch dieser Teil nach den für die Bricolagen verwendeten Ressourcen, wobei für jede Ressource mehrere Beispielanalysen erfolgen, mit dem Ziel, auch die grosse Vielfalt der im Korpus auftreten ← 272 | 273 → den Bricolagen aufzuzeigen. Aufgrund der Länge und Dichte der Beispiele und den entsprechenden Analysen werden es aber deutlich weniger Einzelfälle sein als im ersten Teil des Analysekapitels. Es folgen als erstes Beispiele, welche mehrheitlich im ersten Teil der Arbeit bereits einmal unter dem Aspekt der kommunikativen sozialen Stile angeschaut wurden und und nun hier unter...

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