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Die katholische Kirche Polens und die «Wiedergewonnenen Gebiete» 1945–1948

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Robert Zurek

Im Jahre 1945 wurden die deutschen katholischen Kirchenstrukturen östlich der Oder und Neiße durch eine vorläufige polnische Kirchenverwaltung ersetzt. Das katholische Kirchenleben in den ehemaligen deutschen Ostgebieten wurde innerhalb von wenigen Jahren fast vollständig polonisiert. Diese Vorgänge stellen seit Jahrzehnten ein sehr umstrittenes, aber immer noch schwach erforschtes Kapitel der deutsch-polnischen Beziehungsgeschichte dar. In der vorliegenden Monographie werden sie zum ersten Mal umfassend rekonstruiert und analysiert.
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3. Ungleicher Kampf: Die katholische Kirche in den Oder-Neiße-Gebieten vor der Polonisierung

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Da der Vatikan auf die in den Oder-Neiße-Gebieten seit 1740 erfolgten Grenzverschiebungen stets mit Ausweichlösungen reagiert hatte, waren die dortigen Strukturen der katholischen Kirche am Ausgang des Zweiten Weltkriegs 1945 bizarr.

Am übersichtlichsten war die Lage im Nordosten, wo sich das etwa 37.000 km2 zählende Territorium des Bistums Ermland mit dem Gebiet der Provinz Ostpreußen deckte. Westlich der Diözese Ermland, in den Grenzen der Freien Stadt Danzig, lag das sehr viel kleinere, 1926 km2 umfassende Bistum Danzig.1 Noch weiter westlich, hinter dem polnischen Korridor Pommerellens, befand sich die 7.695 km2 zählende Freie Prälatur Schneidemühl, die die preußische Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen und die Stadt Tempelburg mit Umgebung sowie die Kreise Bütow und Lauenburg umfasste. Die Prälatur stellte einen langen, sehr schmalen nordsüdlich verlaufenden Landstreifen dar, dessen nördlicher, mittlerer und südlicher Teil zusätzlich durch das Gebiet der Bistümer Berlin und Breslau voneinander getrennt waren. Zwischen der Freien Prälatur Schneidemühl und der Odermündung erstreckte sich das ausgedehnte Territorium der Diözese Berlin.2 Südlich davon lag die gebietsmäßig größte Diözese Deutschlands, das Erzbistum Breslau. Es umfasste den größten Teil von Lausitz und Neumark und vor allem Nieder- und Oberschlesien bis auf die Grafschaft Glatz mit den Kreisen Glatz, Habelschwerdt und Neurode (1.636 km2) und den südoberschlesischen Kreis Leobschütz (690 km2). In diesen Landstrichen existierten die Generalvikariate Glatz und Branitz, die de jure Teile der tschechoslowakischen...

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