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Kinder- und Jugendliteraturforschung international

Ansichten und Aussichten- Festschrift für Hans-Heino Ewers

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Edited By Gabriele von Glasenapp, Ute Dettmar and Bernd Dolle-Weinkauff

32 Autorinnen und Autoren reflektieren die internationale Verankerung, die theoretisch-methodische Ausdifferenzierung und das Forschungsinteresse an Geschichte und Gegenwart der Kinder- und Jugendliteratur. Sie beschäftigen sich in vier Schwerpunkten mit der Theorie, der Übersetzungs- und Rezeptionsgeschichte, mit kinder- und jugendliterarischen Medien sowie in zahlreichen Einzelstudien mit Gattungen, Formen und Themen historischer wie aktueller Kinder- und Jugendliteratur und -medien. Der Band ist Hans-Heino Ewers gewidmet, der in seiner über 25-jährigen Lehr- und Forschungstätigkeit maßgeblich zur theoretisch-systematischen Fundierung dieser vergleichsweise jungen Fachdisziplin beigetragen und wesentliche Impulse für die weitere Forschung gegeben hat.
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Kinder- und Jugendliteratur in Spanien: Veljka Ruzicka-Kenfel

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Die ersten Schriften, die direkt für Kinder und Jugendliche als unterhaltsame Lektüre geschrieben wurden, erschienen in Spanien erst im 19. Jahrhundert. Vor dieser Periode las die Jugend das, was eigentlich an ein allgemeines Publikum gerichtet war, meistens Romanzensammlungen und Legenden, wie z.B. das Libro de los Estados o libro del Infante, verfasst von Don Juan Manuel im 14. Jahrhundert. Es handelte sich um pädagogisch-didaktische Werke, die zur moralischen Erziehung und Aufklärung der adeligen Heranwachsenden dienten. Die Adeligen beauftragten Schriftsteller damit, Lesebücher für ihre Kinder zu verfassen, die zusammen mit abenteuerlichen Ritterromanen, Fabeln und Hymnen als hauptsächliches Lehrmaterial von Hauslehrern verwendet wurden. Der gröβte Teil der spanischen Bevölkerung kam aufgrund des noch weit verbreiteten Analphabetismus allerdings nur mit mündlich überlieferten Märchen und Sagen in Berührung.

Im 18. Jahrhundert erschienen auf dem spanischen Literaturmarkt immer mehr Übersetzungen, darunter auch Kinderbücher. Robinson der Jüngere von J.H. Campe war eines der ersten Werke für Kinder, die ins Spanische übersetzt wurden. Unter dem Einfluss von Rousseau und inspiriert durch den Robinson von Campe begannen spanische Autoren Werke für Kinder zu verfassen, die vergnüglich und leicht verständlich sein sollten. Don Tomás de Iriarte (1750- 1791) und Felix María de Samaniego (1745-1807) schrieben zahlreiche sogenannte aleluyas für Kinder, die ursprünglich strikt religiösen Charakters waren. Mit der Zeit erhielten sie jedoch einen unterhaltsamen und humorvollen Ton und wurden zur beliebtesten Kinderlektüre w...

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