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Kinder- und Jugendliteraturforschung international

Ansichten und Aussichten- Festschrift für Hans-Heino Ewers

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Edited By Gabriele von Glasenapp, Ute Dettmar and Bernd Dolle-Weinkauff

32 Autorinnen und Autoren reflektieren die internationale Verankerung, die theoretisch-methodische Ausdifferenzierung und das Forschungsinteresse an Geschichte und Gegenwart der Kinder- und Jugendliteratur. Sie beschäftigen sich in vier Schwerpunkten mit der Theorie, der Übersetzungs- und Rezeptionsgeschichte, mit kinder- und jugendliterarischen Medien sowie in zahlreichen Einzelstudien mit Gattungen, Formen und Themen historischer wie aktueller Kinder- und Jugendliteratur und -medien. Der Band ist Hans-Heino Ewers gewidmet, der in seiner über 25-jährigen Lehr- und Forschungstätigkeit maßgeblich zur theoretisch-systematischen Fundierung dieser vergleichsweise jungen Fachdisziplin beigetragen und wesentliche Impulse für die weitere Forschung gegeben hat.
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Literaturgeschichte als Generationengeschichte. Ein Rückblick auf die kinderliterarische Wende um 1970: Andrea Weinmann

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In der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland wie auch in der Geschichtsschreibung der deutschen (Kinder- und Jugend-)Literatur markiert das Jahr 1968 eine deutliche Zäsur. Für die Geschichte der Kinderliteratur ist für die Zeit um 1970 die Rede von einer „tiefgreifenden Veränderung“, einer „Kinderliteraturreform“ oder „kinderliterarischen Reformbewegung“ (Ewers 2013a, 15) und von einem „System-“ (Ewers 1993a, 11) bzw. einem „kinderliterarischen Paradigmenwechsel“ (Ewers 2013a, 15). In der Sache übereinstimmend gelten als Auslöser des kinderliterarischen Wandels die „APO-Bewegung“ (Dankert 1990, 9), die „Studentenbewegung von 1968“ (Wild 2008, 343) bzw. die „Studentenunruhen von 1968“ (Ewers 2013a, 15). Eine Variante dieser Lesart, die sich nicht allein auf den Protest im Umfeld der Universitäten und den Anteil der Studenten daran bezieht, bietet Reiner Wild in der Geschichte der deutschen Kinder- und Jugendliteratur (Wild 2008). In seiner Vorbemerkung zum Abschnitt über die Entwicklung der Kinder- und Jugendliteratur seit den 1970er Jahren spricht er von der „Jugendbewegung der 60er Jahre“ und der „Jugendrevolte von 1968“ (Wild 2008, 343 u. 344; Hervorheb. A. W.). Weiter ist dort zu lesen:

Die Jugendrevolte der ‚68er‘ hat ein Fenster weit aufgestoßen; sie brachte frische Luft in die muffige, im Wiederaufbau nach dem Krieg erstarrte bundesrepublikanische Gesellschaft und hat damit wesentlich die Atmosphäre mit geschaffen, in der Wandel und Veränderung sich vollziehen konnten. Provokation und Enttabuisierung waren wirksame und vermutlich unerlässliche Mittel, die verkrusteten Strukturen aufzubrechen und so überhaupt erst Bewegung in Gang zu setzen. Insofern war dieser jugendliche Aufbruch gleicherma...

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