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Kinder- und Jugendliteraturforschung international

Ansichten und Aussichten- Festschrift für Hans-Heino Ewers

Series:

Gabriele von Glasenapp, Ute Dettmar and Bernd Dolle-Weinkauff

32 Autorinnen und Autoren reflektieren die internationale Verankerung, die theoretisch-methodische Ausdifferenzierung und das Forschungsinteresse an Geschichte und Gegenwart der Kinder- und Jugendliteratur. Sie beschäftigen sich in vier Schwerpunkten mit der Theorie, der Übersetzungs- und Rezeptionsgeschichte, mit kinder- und jugendliterarischen Medien sowie in zahlreichen Einzelstudien mit Gattungen, Formen und Themen historischer wie aktueller Kinder- und Jugendliteratur und -medien. Der Band ist Hans-Heino Ewers gewidmet, der in seiner über 25-jährigen Lehr- und Forschungstätigkeit maßgeblich zur theoretisch-systematischen Fundierung dieser vergleichsweise jungen Fachdisziplin beigetragen und wesentliche Impulse für die weitere Forschung gegeben hat.
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Realismus und Poesie im Kindertheater der DDR. Zum Kindheitsbild bei Albert Wendt: Gerd Taube

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Die Verbindungen zwischen dem Theater und der Literatur für Kinder sind vielfältig, aber noch längst nicht umfassend wissenschaftlich erkundet. Solche Berührungspunkte sind die/der kindliche Zuschauer/in bzw. Leser/in, der Autortyp der/des kritischen Kindheitsautors/in, die Held/innen sowie die Stoffe, Themen und Geschichten des Kindertheaters und der Kinderliteratur. Allen diesen Kategorien ist gemeinsam, dass sie literaturwissenschaftlich betrachtet mit dem Verhältnis von empirischer und fiktionaler Wirklichkeit in Zusammenhang stehen. Leser/innen, Autor/innen, Stoffe, Themen und Helden vermitteln auf ganz unterschiedliche Art und Weise zwischen den verschiedenen empirischen und fiktiven Realitäten. Insofern liegt die Frage nach der Beschaffenheit dieser Verhältnisse nahe und damit die Frage nach dem Realismus im Kindertheater.

Mein Interesse gilt dabei nicht in erster Linie den Formen und Inhalten realistischer Darstellungsweisen, sondern der realistischen Haltung von Autor/innen zu den sozialen Lebenswelten von Kindern in Familie, Schule und Peergroup und zu den inneren Lebenswelten von Kindern, ihren Träumen, Ängsten und Sehnsüchten, die das Schreiben für Kinder bestimmt. Der Realismusbegriff, den ich hier verwende, geht davon aus, dass realistische Kunst im Bewusstsein der Spannung zwischen Empirie und Konstruktion entsteht, womit sie der Gefahr bloßer Abbildung des Empirischen entgeht.

Unter den deutschen Theaterschriftstellern des 20. Jahrhunderts darf Bertolt Brecht als einer der profiliertesten und am meisten reflektierten Realisten gelten. Als realistischer Künstler war er an der historischen und aktuellen empirischen Realität brennend interessiert und gleichzeitig davon überzeugt, dass die einfache Widerspiegelung nichts über die tatsächliche Realität aussagt....

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