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Wem gehört das «Heilige Land»?

Christlich-theologische Überlegungen zur biblischen Landverheißung an Israel

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Edited By Berthold Schwarz

Die Beiträge in diesem Sammelband wollen dazu beitragen, aus christlich-theologischer Perspektive die Antwort auf die Frage zu präzisieren, wem das in den biblischen Überlieferungen dem Bundesvolk Israel verheißene Land gehört. Aus verschiedenen Blickwinkeln laden die Beiträge dazu ein, den theologischen Austausch hinsichtlich der «Landbesitzfrage» anzuregen und die Sinne für die theologische Urteilsbildung zu schärfen. Die vierzehn verschiedenen Autoren stimmen konfessionell und theologisch nicht in allem miteinander überein. Trotzdem liegt allen Beiträgen die Absicht zugrunde, fachrelevante Untersuchungsergebnisse vorzulegen, die eine ausgewogene und begründete Israellehre fördern und die einen «theologischen Astigmatismus» in der «Landbesitzfrage» vermeiden wollen.
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Die endzeitliche Erwartung der „Völkerwallfahrt zum Zion“ (Jes 2) und das zukünftige Heil Israels (Jes 60-66): Exegetische Beobachtungen

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1

RICHARD L. SCHULTZ

1. Die Zielfrage

Obwohl das mir zugeteilte Thema lautet „Die endzeitliche Erwartung der ‚Völkerfahrt zum Zion‘ in Jes 2 und das zukünftige Heil Israels in Jes 60-66,“ nehme ich an, die Zielfrage laute: „Welchen Beitrag leisten die prophetischen Aussagen des Jesajabuches zum gegenwärtigen Streit über das „heilige Land“? Ich werde mich im Folgenden nicht viel direkt dazu äußern. Jedoch möchte ich zu Beginn einen kurzen Abstecher in diese Richtung machen: Der bekannte Spruch „Schwerter zu Pflugscharen“ aus Jes 2 hat in Deutschland als eine zentrale Losung verschiedener Friedensbewegungen schon eine längere und kontroverse Geschichte gehabt. Zum Beispiel, in Blick auf die Verwendung dieses Jesaja-Spruches während des zweiten Golfkriegs bei der Ablehnung des Krieges der Alliierten gegen den Irak schrieb der deutsche evangelische Theologe Tobias Kriener mit Ironie: „Insofern erwies die christliche Friedensbewegung sich als in der Tat ‚gut christlich,‘ soll heißen israelvergessen, ja israelfeindlich.“2 Inwieweit eine solche Anwendung auf gegenwärtige Umstände angemessen ist, werden wir später zu sprechen kommen.3

1.1. Hauptschwierigkeiten bei der Behandlung dieses Themas

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