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Von Memel bis Allenstein

Die heutigen Bewohner des ehemaligen Ostpreußens: Memelland, Kaliningrader Gebiet, Ermland und Masuren

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Andrzej Sakson

Der Autor zeigt den Verlauf der sozialen, politischen und wirtschaftlichen Prozesse in den Regionen Memelland, Kaliningrader Gebiet, Ermland und Masuren nach 1945 auf. Er vergleicht ihre jeweiligen Entwicklungen kritisch miteinander und rekurriert dabei auf die Nationalbildungsprozesse im späten 19. Jahrhundert sowie die Ereignisse am Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Analysen stützen sich auf eigene soziologische Feldforschung. Zahlreiche Interviews, direkte und indirekte Beobachtungen sowie quantitative Untersuchungen wurden durch Archivstudien und durch die Auswertung von amtlichen Dokumenten, Memoiren, Fachliteratur sowie Presseezeugnissen ergänzt.
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2. Sonderzone – Vom Königsberger zum Kaliningrader Gebiet

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2.   Sonderzone – Vom Königsberger zum Kaliningrader Gebiet

Die Beendigung des Zweiten Weltkriegs am 8./9. Mai 1945 besiegelte den endgültigen Zerfall Ostpreußens. Die formalrechtliche Stellung ganz Ostpreußens blieb in den ersten Monaten nach dessen Einnahme durch die Rote Armee (April-Juli 1945) bis zur Unterzeichnung der Schlussdokumente auf der Konferenz der Siegermächte in Potsdam am 2. August 1945 ungeklärt. Die Gegend Königsbergs mit den benachbarten Landkreisen, die ein Drittel der Fläche Ostpreußens ausmachten, wurde an die Sowjetunion angeschlossen und als Besatzungszone behandelt. Daher war die Einstellung der sowjetischen Truppen zur deutschen Zivilbevölkerung wie auch zum vorgefundenen materiellen Vermögen identisch mit der im gesamten besetzten Deutschland47.

2.1.   Sowjetische Besatzung und Einverleibung – Entstehung der Herrschaft und der Verwaltungsstruktur

Wie in anderen von der Roten Armee eingenommenen Gebieten wurde auch in Ostpreußen die volle Gewalt zunächst durch die sowjetische Militärverwaltung in Gestalt von Militärkommandanturen übernommen. In Ostpreußen übte anfangs die Militärführung die Oberhoheit aus, genauer der Kriegsrat der 3. Weißrussischen Front. Im Operationsgebiet der 11. Garde-Armee gab es in der ersten Hälfte des Februar 1945 neun Kommandanturen, darunter sieben Armee- und zwei Frontkommandanturen (in Wehlau und Tapiau). Ungeachtet der schweren Kämpfe um Königsberg wurde eine Militärkommandantur der Stadt und Festung Königsberg errichtet und der Chef der Stadt- und Festungsgarnison Königsberg ernannt. Nach der Einnahme der ostpreußischen Hauptstadt wurde diese in acht Bezirke (Rajons)...

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