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Nationale und aristokratische Symbolik und Denkmalpolitik im 19. Jahrhundert

Ein deutsch-italienischer Vergleich

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Margit Bansbach

Entstehende Nationen brauchen Symbole. Das galt auch für Deutschland und Italien. Hier waren Nationaldenkmäler, Denkmalparks, Denkmalfeste und Mythen Teile dieser Symbolik. Dieses Buch untersucht Übereinstimmungen, Verbindungen und Unterschiede zwischen den deutschen und italienischen Symbolen und den Absichten der jeweiligen Mäzene. Beide Nationen unterschieden sich sehr in ihrer politischen und gesellschaftlichen Ausgangslage, aber eben auch in ihrer Mentalität. Die herrschenden Dynastien, Regierungen und nicht in Regierungsverantwortung stehenden Adligen nutzten die Denkmäler und deren Inszenierungen für ihre Zwecke. Der Vergleich beider Nationen zeigt dabei beachtliche Übereinstimmungen. Die Zielsetzung der jeweiligen Mäzene konnte jedoch sehr unterschiedlich sein.
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1 Einleitung

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1.  Einleitung

Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die nationale Symbolik und Denkmalpolitik in Deutschland und Italien1 im 19. Jahrhundert. Der Untersuchungszeitraum erstreckt sich dabei vom Ende der französischen Hegemonie in Zentraleuropa (Wiener Kongress 1815) bis ins Jahr 1900.2 Objekte der Untersuchung sind Nationaldenkmäler und nationale Denkmalparks, die als kulturelle Produkte für ein bestimmtes politisches, religiöses und historisches Bewusstsein stehen. Im Fokus der Untersuchung stehen Objekte, die von einzelnen überwiegend in Regierungsfunktion stehenden Adelsvertretern initiiert, getragen oder beeinflusst wurden. Damit wird ein Nationsverständnis behandelt, das über weite Teile des 19. Jahrhunderts nicht den bürgerlichen Nationsvorstellungen entsprach. Darüber hinaus werden zur umfassenderen Deutung dieser Zeitzeichen die mit den Denkmälern in Verbindung stehenden Feierlichkeiten in die Untersuchung einbezogen.

Das Ziel der Arbeit ist es, Übereinstimmungen, Unterschiede und Veränderungen der in den Denkmalobjekten zum Ausdruck kommenden nationalen Aussagen und Intentionen aufzuzeigen. Dafür werden die in den Denkmälern erkennbaren Mechanismen der nationalen Identitätsbildung und der Staatssymbolik untersucht und verglichen. Damit verbunden stellt sich die zentrale Frage nach den Mäzenen der Nationaldenkmäler und Denkmalparks und ihren Absichten. Vor allem das aristokratische und staatliche Mäzenatentum steht hierbei im Fokus, wobei der Mäzen oftmals ideeller Initiator und gleichzeitig Auftrag- oder Geldgeber war.3 Die von mir untersuchten ← 11 | 12 → Denkmäler und Denkmalfeste, für die einzelne Adelsvertreter, die überwiegend in Regierungsverantwortung standen und teilweise staatliche Institutionen, die in Deutschland und Italien im Untersuchungszeitraum stark aristokratisch-dynastisch geprägt...

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