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Ungeduld der Erkenntnis

Eine klischeewidrige Festschrift für Hubert Orłowski

Wlodzimierz Bialik, Czeslaw Karolak and Maria Wojtczak

Der Sammelband stellt eine Festschrift zum 77. Geburtstag von Professor Hubert Orłowski, dem namhaften polnischen Germanisten dar und setzt sich aus Beiträgen seiner Freunde und Schüler zusammen. Die Festschrift präsentiert ein breites, mit den Forschungsschwerpunkten des Jubilars korrespondierendes Spektrum der Themenschwerpunkte. Sie beziehen sich – unter anderem – auf historische Fremdbild- und Stereotypenforschung, auf exemplarische Fragen und implizit vergleichende Analysen zur deutschen und polnischen Exilliteratur und Kultur im Schatten der NS-Ideologie sowie zu topographisch akzentuierter Erinnerungskultur in vergleichender deutsch-polnischer Perspektive.
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„Ein Nationalsozialist des Herzens“: Peter Martin Lampels Aufstieg und Fall im Dritten Reich in Selbstzeugnissen und Dokumenten: Edward Białek / Wrocław

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Peter Martin Lampel1 ist eine der janusköpfigen Gestalten der literarischen Szene der Weimarer Republik und des Dritten Reiches. Einerseits ein revolutionär gesinnter Vertreter der aufsteigenden Generation, der sich mit seinen frühen Dramen in den Kampf um Menschenrechte und um die Befreiung des Individuums von den ihm durch das Kollektiv aufoktroyierten Zwängen stellte, andererseits ein den Erwartungen des Massenpublikums allzu oft Rechnung tragender Verfasser von aufsehenerregenden Zeitstücken, ließ er sich in einen Pakt mit den Nationalsozialisten verwickeln, der für ihn – vielleicht auch wegen seiner Homosexualität – kläglich ausging. Seine Korrespondenz aus den 30er Jahren erhellt die Gründe für seine Emigration, die alles andere als politisch motiviert war.

Lampel wurde am 15. Mai 1894 in Schönborn bei Liegnitz, wo sein Vater, Gerhard Lampel (1861–1933), 43 Jahre lang Pastor war, geboren. Kurz nach seinem Abitur, das er am Liegnitzer Gymnasium Johanneum bestanden hatte, zog er 1914 als Freiwilliger an die Front. Er kämpfte als Fußartillerist, Fliegeroffizier und Zeppelinfahrer2 und erlitt infolge eines Flugzeugabsturzes eine Hirnverletzung. Nach dem Krieg kämpfte er als Mitglied eines Freikorps im Baltikum und in Oberschlesien. Seine zahlreichen Versuche, einen akademischen Abschluss zu erlangen, schlugen allesamt fehl: er studierte zunächst einmal Theologie und Philosophie in Breslau, dann ab 1920 Staatswissenschaft und Jura in Berlin und München. In der bayrischen Metropole besuchte er noch eine Zeit lang die Akademie der Bildenden Künste. Bereits in der Kriegszeit begann er seine Texte zu ver...

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