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Ungeduld der Erkenntnis

Eine klischeewidrige Festschrift für Hubert Orłowski

Edited By Wlodzimierz Bialik, Czeslaw Karolak and Maria Wojtczak

Der Sammelband stellt eine Festschrift zum 77. Geburtstag von Professor Hubert Orłowski, dem namhaften polnischen Germanisten dar und setzt sich aus Beiträgen seiner Freunde und Schüler zusammen. Die Festschrift präsentiert ein breites, mit den Forschungsschwerpunkten des Jubilars korrespondierendes Spektrum der Themenschwerpunkte. Sie beziehen sich – unter anderem – auf historische Fremdbild- und Stereotypenforschung, auf exemplarische Fragen und implizit vergleichende Analysen zur deutschen und polnischen Exilliteratur und Kultur im Schatten der NS-Ideologie sowie zu topographisch akzentuierter Erinnerungskultur in vergleichender deutsch-polnischer Perspektive.
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Arbeitergeschichte. Ihr Niedergang und ihre Wiederbelebung im Zeichen der Globalgeschichte: Jürgen Kocka / Berlin

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Im dritten Viertel des 20. Jahrhunderts war labour history, also die Geschichte der Arbeiter und der Arbeiterbewegung, der Führungssektor in der Sozialgeschichte, die sich damals kräftig im Aufwind befand. Jedenfalls in Europa und Nordamerika waren Arbeiterproteste und –bewegungen, Arbeitsbedingungen und Arbeitserfahrungen, die Lebenswelt und die Kultur der Arbeiter, ihre Organisationen und Parteien, auch Klassenbildung und Klassenkonflikte bevorzugte Themen der Sozialhistoriker, die das vorherrschende politikgeschichtliche Paradigma oft nicht nur ergänzen wollten, sondern – Stichwort Gesellschaftsgeschichte – auch zu verändern hofften. Arbeiterthemen waren populär, sie faszinierten Studenten und Publikum.

Ohnehin waren die Begriffe „Sozialgeschichte“ und „Arbeitergeschichte“ von manchen lange fast synonym gebraucht worden. An der Geschichte des Amsterdamer International Review of Social History seit 1955, aber auch am Archiv für Sozialgeschichte Georg Eckerts, das erstmals 1961 erschien, ließe sich das zeigen.

Die Gründe für diese auffallende Affinität zwischen Sozial- und Arbeitergeschichte lassen sich hier nur andeuten. Beide hatten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Randpositionen eingenommen, oft mit kritischer Stoßrichtung: kritisch gegenüber dem mainstream der Disziplinen, aus dem sie abgedrängt waren, oder kritisch gegenüber den sozialen und politischen Verhältnissen der jeweiligen Gegenwart oder kritisch gegenüber beidem. Sehr häufig – nicht immer, es gab berühmte Ausnahmen – identifizierten sich Sozialhistoriker politisch links, sie schrieben manchmal mit sozialistischen, manchmal mit kommunistischen Neigungen, sehr oft mit Sympathie für soziale Reformen und mit Empathie für die kleinen Leute, für zu kurz Gekommene, f...

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