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Islamisch-politische Denker

Eine Einführung in die islamisch-politische Ideengeschichte

Farid Hafez

Das Buch präsentiert einen Abriss der Ideengeschichte des islamisch-politischen Denkens von al-Farabi über Ibn Khaldun und Ibn Taymiyya bis hin zu al-Afghani, Hasan al-Banna, Muhammad Asad, Khomeini, Nasr Hamid Abu Zaid, Yusuf al-Qaradawi und Elijah Muhammad. Das Werk arbeitet die Vielschichtigkeit des politischen Denkens im islamischen Bezugsraum heraus und zeigt auf, wie das intellektuelle, soziale und politische Umfeld das jeweilige Denken der einzelnen Persönlichkeiten prägte und wie damit ein Wandel zentraler Begriffe einherging. Der Autor führt in das Leben und Wirken von knapp 20 Persönlichkeiten ein und stellt dabei zentrale Begriffe vor, die das jeweilige Denken prägen. Die Verwendung von Originaltexten bietet hierbei einen authentischen Einblick.
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Kapitel 2 – al-Fārābī

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Nach Farabis Vorstellung hängt die Entscheidung darüber, ob wir das Glück erreichen können, eng mit dem Staat, in dem wir leben, zusammen.

Ulrich Rudolph (Rudolph 2008, 35)

Leben und Werk

Abū Naṣr Muḥammad al-Fārābī lebte ca. zwischen 878 und 950 und gilt gemeinsam mit Ibn Sīnā als einer der wichtigsten Vertreter des „islamischen Aristotelismus“. Im mittelalterlichen Westen war der aus Turkmenistan stammende Philosoph unter dem Namen Avennasar und Alfarabius bekannt. Fārābī spielte eine zentrale Rolle in der Übermittlung griechischer Philosophie in die islamische Welt. Seine Philosophie wurde zum Ausgangspunkt zahlreicher Zweige der islamischen Philosophie, insbesondere der politischen Philosophie (Eshots 2013, 170f.). Fārābī führte ein weitgehend weltabgewandtes Leben, verdiente seinen Unterhalt als nächtlicher Wächter eines Gartens, wo er in der Stille nachzudenken pflegte. Gesellschaftlichen Auseinandersetzungen schien er fernzubleiben (Hendrich 2011, 58). Er galt in seiner Lebensführung als enthaltsam und bescheiden und wird als Sufi oftmals dem in Prunk lebenden Ibn Sīnā entgegengestellt (Dietrici 1900, III). Fārābī wurde unter dem Ehrentitel „der zweite Lehrer“ nach Aristoteles benannt (Ferrari 2009, 143). Sein zentrales Konzept war jenes der al-madīna (Stadt, Polis). Dieses gilt dabei als Kernkonzept des politisch-philosophischen Denkens Fārābīs. Ausgehend von der Annahme, dass das Ziel menschlichen Lebens im Erlangen von Glückseligkeit liege, die aber nicht von jedermann alleine erreicht werden könne, bedürfe es einer Leitung durch einen...

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