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Islamisch-politische Denker

Eine Einführung in die islamisch-politische Ideengeschichte

Farid Hafez

Das Buch präsentiert einen Abriss der Ideengeschichte des islamisch-politischen Denkens von al-Farabi über Ibn Khaldun und Ibn Taymiyya bis hin zu al-Afghani, Hasan al-Banna, Muhammad Asad, Khomeini, Nasr Hamid Abu Zaid, Yusuf al-Qaradawi und Elijah Muhammad. Das Werk arbeitet die Vielschichtigkeit des politischen Denkens im islamischen Bezugsraum heraus und zeigt auf, wie das intellektuelle, soziale und politische Umfeld das jeweilige Denken der einzelnen Persönlichkeiten prägte und wie damit ein Wandel zentraler Begriffe einherging. Der Autor führt in das Leben und Wirken von knapp 20 Persönlichkeiten ein und stellt dabei zentrale Begriffe vor, die das jeweilige Denken prägen. Die Verwendung von Originaltexten bietet hierbei einen authentischen Einblick.
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Kapitel 12 – Khomeini

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Das Neue an dieser (iranischen, F.H.) Revolution war ihre Ideologie. […] alle Phänomene, die man bis dahin als revolutionär betrachtet hatte, waren der Tradition, Ideologie und dem Vokabular der westlichen Revolution seit 1789 gefolgt oder genauer gesagt: den Traditionen […] der säkularen und im wesentlichen sozialistischen oder kommunistischen Linken. […] die iranische Revolution war die erste, die unter dem Banner des religiösen Fundamentalismus stattfand, siegte und das alte Regime durch eine […] Theokratie ersetzte […].

Eric Hobsbawm (Hobsbawm 1998, 505)

Leben und Werk

Ayatollah Ruhollah Musavi Khomeini wurde 1902 in Khomein, südwestlich von Qom, geboren. In seiner Abstammungslinie konnte er sich als Nachkomme des siebten Imams, Mūsa al-Kāzim, auf diesen berufen. Seine Familie, die im 18. Jahrhundert nach Khomein übersiedelte, stand in einer langen Tradition religiöser Unterweisung. Sein Vater, der neben seiner Funktion als Religionsdiener auch Landwirt war, war regelmäßig Repressalien ausgesetzt. Khomeini erinnert sich mit den Worten „Ich befinde mich seit meiner Kindheit im Kriegszustand“ an seine Kindheitszeit zurück, die – so seine Erzählungen – von ungerechten sozialen Verhältnissen geprägt war.73 Khomeini, der im Alter von sieben Jahren den qurʾān auswendig kannte, folgte 1922/1923 als Schüler von Ayatollah Ha’eri nach Qom, das bis dahin gegenüber den irakischen Zentren schiitischer Lehre noch kein intellektuelles Zentrum darstellte und dieses Ansehen maßgeblich Ha’eri zu verdanken hat. Auch Khomeini wurde intellektuell maßgeblich in Qom geprägt. Neben dem ordentlichen Curriculum vertiefte sich Khomeini auch...

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