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Gottes Wort im Menschenwort

Festschrift für Georg Fischer SJ zum 60. Geburtstag

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Dominik Markl, Claudia Paganini and Simone Paganini

Gottes Selbstmitteilung ist in den Texten der Bibel in menschlichen Worten vermittelt. Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil soll die Exegese diese Texte mit allen verfügbaren – menschlichen – Methoden durchleuchten, um in ihnen Gottes Wort zu finden. Georg Fischer, dem diese Festschrift gewidmet ist, hat sich stets der Vielfalt des alttestamentlichen Kanons verpflichtet gewusst. Diese Weite spiegelt sich im vorliegenden Band, der fünf Beiträge zum Pentateuch, sieben Artikel zu den prophetischen Büchern, verschiedene Studien zu den Schriften sowie eine Arbeit zum Neuen Testament vereinigt. Alle Autoren dieses Bandes sind dem Jubilar als Lehrer begegnet. Ihre Beiträge sind von seiner Ausrichtung inspiriert. Sie präsentieren exegetische Analyse, die auf das Verständnis der theologischen Botschaft abzielt.
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Worte zum Geleit

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Gottes Wort gestaltet – folgt man dem ersten Schöpfungsbericht der Genesis – das gesamte Universum. Gottesworte prägen die biblische Geschichte Israels, treiben die Propheten und evozieren vielstimmige menschliche Antworten in Psalmen und Liedern. Gottes Wort ist in Jesus Mensch geworden – so der Prolog zum Johannesevangelium. Jedoch wird die Selbstmitteilung Gottes in der Bibel durch menschliche Worte vermittelt. Diese an sich einfache Erkenntnis des Zweiten Vatikanums1 hat den Umgang der römisch-katholischen Kirche mit dem biblischen Text aus seinem Korsett befreit und erneuert. Die Kirche darf und will nun mit allen verfügbaren – menschlichen – Methoden der Geschichts-, Sprach- und Literaturwissenschaft diese Worte durchleuchten, um in ihnen Gottes Wort zu finden.2

Für Georg Fischer gründet diese theologische Hermeneutik zutiefst in der ignatianischen Spiritualität, die ihn seit seiner Ausbildung als Jesuit geprägt hat. Zu einer wissenschaftlichen Vertiefung und zur Entwicklung seines eigenen Ansatzes kam es dann vor allem während seines Studiums am Päpstlichen Bibelinstitut (Defensio 1988). Seither unterrichtet er Alttestamentliche Bibelwissenschaft an der Universität Innsbruck und referiert regelmäßig als international anerkannter Experte auf den wichtigsten biblischen Kongressen.Georg Fischer sucht mit ganzer Kraft nach dem Gotteswort. Er besteht darauf, sich mit nichts anderem als mit tragfähigen Kriterien für das Textverstehen zufrieden zu geben. Er konzentriert sich auf das Wesentliche und hat mit diesem – in gewisser Weise kompromisslosen – Zugang zahlreiche Studenten begeistert und Dissertanten aus aller Welt zu sich geführt. Seine persönliche Sorge um jeden einzelnen Studierenden hat die...

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