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Konsum und Imagination- Tales of Commerce and Imagination

Das Warenhaus und die Moderne in Film und Literatur- Department Stores and Modernity in Film and Literature

Godela Weiss-Sussex and Ulrike Zitzlsperger

Das Warenhaus war über Deutschland hinaus bis in die 1930er-Jahre einer der kulturgeschichtlich bedeutendsten Ansatzpunkte für die Auseinandersetzung mit der Moderne und der Konsumkultur. Die Autoren und Autorinnen dieses Bandes zeigen sowohl den Facettenreichtum des Warenhaus-Diskurses in der Literatur, dem Feuilleton, in Musicals und im Film als auch die Bandbreite der teils sozial-und kulturkritischen, teils fortschrittsorientierten Thematisierungen auf. Dabei kommen Romane von Zola, Brecht und Fallada sowie Schriften weniger bekannter Autoren zur Sprache. Das emanzipatorische Potenzial des Warenhausthemas findet ebenso Beachtung wie waren- und konsumästhetische Strategien, die in Literatur, Film und anderen Medien reflektiert werden.
Until the 1930s department stores provided, in Germany as elsewhere, one of the focal points of cultural and critical engagement with modernity and consumer culture. The authors of this volume explore the diversity of the discourse on department stores in literature, the feuilleton, musicals and film. They demonstrate the scope of the discourse from cultural criticism to more progress-oriented examinations of the theme. Novels by Zola, Brecht and Fallada are discussed, as well as writings by lesser known authors. Attention is paid to the emancipatory potential of department stores as well as to the aesthetics of consumption as reflected in literature, film and other media.
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Die Geschichte des Dings: Annett Gröschner erzählt vom Warenhaus zwischen Stadtgeschichte und Stadtfiktion

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Der folgende Beitrag entstand auf der Grundlage eines Interviews, das Godela Weiss-Sussex am 3. März 2014 mit der Berliner Schriftstellerin Annett Gröschner führte. Er dient der Einführung zu Gröschners Erzähltext „Trude Menziger stellt sich im Centrum Warenhaus nach Geschirrtüchern an“. Hier wird der Geschichte und Herangehensweise der Autorin nachgegangen und der Hintergrund zu ihrer Warenhaus-Erzählung aufgespürt.1

Die Frage nach dem Warum scheint vielleicht die schwierigste Frage zu sein, nicht, weil es Annett Gröschner an Gründen mangelt, aus denen sie schreibt, sondern weil sie es schon immer tut, weil das Geschichtenschreiben Teil ihrer eigenen Geschichte ist. „Alles begann mit dem Ur-Moment Katze“, berichtet Gröschner, obwohl es auch hier keinen richtigen Anfang gab, „denn irgendwann war sie eben da, die imaginäre Katze“, die Gröschner treu begleitete und die Mutter seltsam berührte, die nicht viel Sinn für imaginäre Katzen hatte. Wie ihre späteren Geschichten gehörte die Katze eben einfach dazu, und Gröschner konnte weiterhin ihrer Fantasie auf den Straßen der Industriestadt Magdeburg nachgehen. Um die Stadt kennenzulernen, in der ihre Familie mütterlicherseits seit mehreren Generationen lebte, bedurfte es der Fantasie, denn vom alten Stadtkern zeugten nur noch eine Handvoll Fotos und die Erzählungen der Verwandten, mit denen man die Stadt schmücken konnte, deren Alltagskleidung nun aus leeren Flächen, Plattenbau und weiten Straßen bestand und durch die vom Bahnhof bis zum Fluss ständig...

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