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Mechanismen der Trivialliteratur

Zur Wirkungsweise massenhaft verbreiteter Unterhaltungslektüre

Wolfgang Beutin

In einer Untersuchung von etwa 170 Romanen und Novellen der Trivialliteratur aus der Zeit von 1849 bis 1945 werden die «Mechanismen» dieser Texte aufgezeigt. Die herangezogenen Werkgruppen sind: der Liebesroman, der Frauenroman, der historische Roman, der Gesellschaftsroman, der Abenteuerroman, der Bergroman und der biographische Roman. Die unterschiedlichen Romantypen weisen auf verschiedene Elemente in der Textur zurück – es wird analysiert, wie diese «Mechanismen» die Schriften an das Interesse des Publikums banden und die Inhalte mit der gesellschaftlichen Psychologie und der Ideologie der Lesenden verknüpften.
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Frauenroman

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Bilderbuchwelt?

Der Forschung ist es nicht entgangen, daß unter den Beispielen der Unterhaltungsliteratur eine erstaunliche Fülle von ‚Frauenromanen‘ ist. Vielfach sind sie schon durch ihre Titel gekennzeichnet, die dann entweder bloß aus einem weiblichen Vornamen bestehen oder aus dem Vornamen plus Nachnamen, z. B.: „Ursula“ (Preczang), „Angelika“ (Beitl), „Amalie Dietrich“ (Ch. Bischoff), „Alraune“ (Ewers), „Nick Tappoli“ (Heer; „Nick“ für Monika), „Die Geier-Wally“ (v. Hillern), „Vanadis“ (Kurz), „Kajsa Lejondahl“ (Nordström), „Renate“ (Woldstedt-Lauth). – Diesen Modus der Titelwahl hatte schon u. a. der Dramatiker Lessing favorisiert: „Miss Sara Sampson“, „Minna von Barnhelm“, „Emilia Galotti“, und im ganzen 19. Jahrhundert ist er zu finden, etwa im Werk Marie von Ebner-Eschenbachs: „Božena“, „Lotti, die Uhrmacherin“, „Margarete“, „Agave“.

Oftmals beziehen sich die Titel auf die Herkunft der Heldin, ihren Status oder Beruf, auch auf die Verbindung mit einem Mann: „Die schöne Würzburgerin“ (Dörfler), „Die Heilige und ihr Narr“ (Günther), „Amtmanns Magd“ (Marlitt), „Reichsgräfin Gisela“ (dieselbe).

Daß es in einer Sammlung von Erzählungen um Frauen in Mehrzahl geht, verrät manchmal der Titel, so: „Weibliche Menschen“ (v. Ompteda).51

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