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Religion und Sprache- Religion and Language

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Edited By Marietta Calderón Tichy and Georg Marko

Die Beiträge dieses Buches untersuchen verschiedene Fragestellungen zu religiösen Bezügen in nicht-religiöser Sprache, etwa in Redewendungen, Ortsnamen, Ökonomie-Diskursen oder politischer Rhetorik, und zu nicht-(nur-)religiösen Konstruktionen in religiöser Sprache, etwa in Gebeten und anderen sakralen Texten, Ritualen oder religiösen Traktaten. Dabei werden unterschiedliche linguistische Methoden angewandt, von der Diskursanalyse bis zur Onomastik, von der Soziolinguistik bis zur Metaphernanalyse. In vielen Aufsätzen wird interdisziplinär gearbeitet, etwa mit Input aus Bereichen wie der Literaturwissenschaft oder der Geschichtsforschung. Die untersuchten Daten stammen aus verschiedenen Sprachen, darunter Aramäisch, Bosnisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Hebräisch, Italienisch, Katalanisch, Kroatisch, Latein, Portugiesisch, Sefardisch und Spanisch.

The contributions to this book explore various questions concerning religious aspects and references in non-religious language, whether in idioms, place names, economic discourses or political rhetoric, and non-religious (among other) aspects and references in religious language, whether in prayers, sacred texts, rituals and religious treatises. The research presented applies a variety of methods, ranging from discourse analysis to onomastics, from sociolinguistics to metaphor analysis. The data come from languages such as Aramaic, Bosnian, German, English, French, Hebrew, Italian, Catalan, Croatian, Latin, Portuguese, Ladino and Spanish.
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Marko Marulić Splićanin und sein dreisprachiges Opus als Paradigma des kroatischen Humanismus der Renaissance

← 252 | 253 → Vesela Tutavac

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Die zentrale Frage, der dieser Beitrag nachgeht, betrifft das Zusammenwirken der romanischen Tradition und der slawischen Literatur im kroatischen Kulturraum am Beispiel des literarischen Schaffens von Marko Marulić (1450-1524). Der Autor aus Split gilt als der bedeutendste humanistische Autor der kroatischen Renaissance. Er schuf ein umfangreiches literarisches Opus in drei Sprachen (Latein, Italienisch, Kroatisch) und wird von Literatur- und KulturhistorikerInnen einhellig als Meilenstein in der kroatischen Literaturgeschichte genannt.

Schon im Mittelalter war die kroatische Literatur zunächst durch einen romanisch-slawischen Gegensatz gekennzeichnet, da sie all jene Überlieferungen und Schriften miteinbezog, die auf Lateinisch oder Kirchenslawisch verfasst waren. Die kroatische Volkssprache spielte in diesen frühen Zeiten eine für die Literatur und Kultur eher geringe Rolle.

Anders jedoch als die westslawischen Sprachen – insbesondere das Polnische und das Tschechische – wurde Kroatisch von Rom im Rahmen der kirchenslawischen Schriftlichkeit als Liturgiesprache geduldet. Dadurch kam es auch dazu, dass es in einigen Gebieten als Amtssprache gebraucht wurde. So wurde im Frühmittelalter der Grundstein für die zweisprachige Schriftkultur und die Entstehung der zweisprachigen Literatur gelegt.

Die kulturelle und sprachliche Vielseitigkeit der kroatischen Literatur zeichnete sich jedoch am deutlichsten in der Renaissance ab. Die romanische Komponente erwies sich dabei als außerordentlich wichtig für die Rezeption der humanistischen Impulse aus dem Westen.

← 253 | 254 → Entscheidend für die Anfänge der kroatischen Literatur des Humanismus der Renaissance war das Weiterleben der Spätantike in Dalmatien im Frühmittelalter. Die griechische und die römische...

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