Show Less
Restricted access

Modernismus als theologischer Historismus

Ansätze zu seiner Überwindung im Frühwerk Maurice Blondels- 2., überarbeitete Auflage

Gerhard Larcher

Die Arbeit versteht sich als theologiegeschichtliche Untersuchung in systematischer Absicht. Innerhalb der Blondel- und Modernismusforschung erfüllt sie die spezielle Aufgabe, jenen Stellungnahmen und Korrespondenzen Maurice Blondels rund um die «question biblique» nachzugehen, die wissenschaftstheoretisch und theologisch das Geschichtsproblem betreffen. Darüber hinaus wird versucht, alle einschlägigen Hinweise, die Blondels sonstiges philosophisches und apologetisches Frühwerk bereithält, in ihrer weitreichenden Aktualität, besonders zum Thema «Historische Vernunft und Glaube» und zum Traditionsbegriff systematisch zu entfalten.
Show Summary Details
Restricted access

Zweiter Hauptteil: Konkretionen

Extract



2. Blondels Intervention in den Modernismusstreit Analysen zu Herkunft und Entfaltung seiner Historismuskritik

Der zweite Hauptteil dieser Arbeit konzentriert sich hauptsächlich auf eine Analyse der Äußerungen Maurice Blondels nach Erscheinen von „L’Evangile et l’Eglise“ im engeren Zeitraum zwischen 1902 und 1905. Dabei wird unsere umfassende Untersuchungsperspektive des Modernismus als theologischem Historismus in ihrer historischen Konkretion und Tragweite bei Blondel selbst erhellt und in ihrer Genese rekonstruiert. Wir verfolgen dafür eine der bedeutendsten Diskussionen und Interventionen jener Krisenjahre über mehrere Etappen sich präzisierender Reflexion hinweg (1). Vorangestellt seien einige Bemerkungen zu Blondels Frühwerk vor 1902, um die prinzipielle Kontinuität im Wandel von Blondels Grundgedanken zwischen „L’Action“ und den Jahren der Modernismuskrise kenntlich zu machen und ein Verständnis mancher Andeutungen in den Modernismusstellungnahmen vorzubereiten. Abgesehen von dieser Rückblende sind innerhalb der genannten Zeitspanne hauptsächlich zwei Abschnitte zu unterscheiden: Zunächst Blondels brieflicher Klärungsversuch gegenüber Wehrlé, Loisy und von Hügel unmittelbar nach der Veröffentlichung von „L’Evangile et l’Eglise“ und sodann die öffentliche Intervention Blondels in einer höheren Allgemeinheitsform in seiner Schrift „Histoire et Dogme“ von 1904 einschließlich einiger Folgekontroversen (2). Durch diese Gliederung wird deutlich werden, dass Blondels Historismusthese zwar durch ganz konkrete Anlässe und Bezugnahmen bedingt ist, dass ihr jedoch vor dem Hintergrund der frühen philosophisch-theologischen Werkgeschichte Blondels eine große systematische Tragweite zuerkannt werden muss. Diese im Einzelnen auszuloten wird dann ausführlich noch im dritten Teil unserer Arbeit beabsichtigt...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.