Show Less
Restricted access

Die Erkennbarkeit redaktionell gestalteter Anzeigen in Publikumszeitschriften

Eine experimentelle Untersuchung

Series:

Sabine Kieslich

Redaktionell gestaltete Anzeigen stehen unter Verdacht, gegen das ethische und rechtliche Gebot zur Trennung von Werbung und Redaktion zu verstoßen. Wenn Gerichte und der Deutsche Presserat prüfen, wann dies der Fall ist, stützen sie sich auf die Wahrnehmung des flüchtigen Durchschnittslesers. Bisher liegen aber kaum wissenschaftliche Erkenntnisse zur tatsächlichen Leserwahrnehmung vor. Die experimentelle Untersuchung dieser Anzeigenform zeigt, dass diese nur unzureichend als Werbung erkannt wird. Für das Erkennen spielt der Hinweis Anzeige die wichtigste Rolle. Je auffälliger und eindeutiger er ist, desto eher wird eine redaktionell gestaltete Anzeige als Werbung identifiziert. Dies führt zu dem Schluss, dass die Regelungen zu dieser Anzeigenform in Pressekodex und Presserecht einer Präzisierung bedürfen.
Show Summary Details
Restricted access

7 Leser und Publikum

Extract



Im Mittelpunkt von Kapitel 4 stand die Frage, unter welchen Umständen redaktionell gestaltete Werbung auf den ersten Blick als solche erkennbar ist. Dafür wurden erstens die normativen Vorgaben zur Trennung von redaktionellem Text und Anzeigen im Pressekodex (Ziffer 7), in den ZAW-Richtlinien für redaktionell gestaltete Anzeigen sowie in § 10 Landespressegesetz und zweitens die Spruchpraxis von Presserat und Gerichten analysiert. Die Grundlage, auf der Letztere jeweils prüfen, ob redaktionell gestaltete Werbung gegen die guten Sitten oder das geltende Recht verstößt, ist die mutmaßliche Wahrnehmung des flüchtigen Durchschnittslesers.

Im Folgenden soll es darum gehen, das Konstrukt des flüchtigen Lesers näher zu bestimmen. Weiterhin wird untersucht, wie sich der Leser bzw. das Publikum aus Sicht der kommunikationswissenschaftlichen Medienwirkungs- und Mediennutzungsforschung beschreiben lässt.

7.1 Das Konstrukt des „flüchtigen Durchschnittslesers“

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.