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Neue Ansätze, Analysen und Lesarten der phantastischen Literatur

Typische und atypische Repräsentationen - Frauen und phantastische Literatur - Einblick in die phantastische Stadtliteratur Wiens

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Karin Angela Rainer

Dieses Buch bietet neue Ansätze und einen umfassenden Überblick über das vielfältige Gebiet der phantastischen Literatur und ihrer benachbarten Bereiche. Im einführenden theoretischen Teil werden eine historische Darstellung sowie eine kritische Betrachtung verschiedener Theoriegebäude präsentiert. Im Sinne einer Wortfeldbestimmung werden verwandte Gattungen abgrenzend klassifiziert sowie der zwiespältige Konnex zu Buchhandel und Leserschaft behandelt. Der genuine Konflikt zwischen dem literarisierten Realitätsniveau und dem Phantastischen wird umrissen und an konkreten Fallbeispielen aufgearbeitet. In zwei eigenständigen Abschnitten beschäftigt sich die Autorin mit den Teilaspekten einer weiblichen phantastischen Literatur sowie mit Einblicken in die phantastische Stadtliteratur Wiens.
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5 Wandel und Entwicklung einer oft verkannten Gattung

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Nach 1850 ebbte in Amerika die Begeisterung für das Unheimliche bzw. die Horrorliteratur merklich ab142. In der Kurzgeschichte existierte das Unheimliche aber bis zur Jahrhundertwende weiter. In Amerika sind ihre bedeutendsten Vertreter nach Poe Ambrose Bierce und Robert Chambers (...).143

Offensichtlich ist die Entwicklung der phantastischen Literatur, wie auch die aller anderen Gattungen und Strömungen, großem Publikums- und daher auch schriftstellerischen Interesse ausgesetzt, die im Laufe der Zeit alternierend von Phasen mit geringerem Engagement für diese Gattung abgelöst werden. Nach der Begeisterung und Euphorie, die in der wirtschafts- und wissenschaftsgläubigen Zeit vor der kürzlich vergangenen Jahrtausendwende für das Kontrastprogramm des Esoterischen, des Phantastischen im Allgemeinen und des Übersinnlichen geherrscht hat, ist – trotz weiterhin reger Produktion und Rezeption – eine zeitnahe Abschwächung dieses „Booms“ naheliegend. Aktuelle Entwicklungen am Buchmarkt vor allem in der Jugendliteratur sowie die breitenwirksame Transponierung von Werken des phantastischen Formenkreises auf die Leinwand deuten jedoch auf ein weiteres Anhalten der Beliebtheit dieses Genres hin.

Seit der Entstehung einer tatsächlich ausgereiften und eigenständigen Gattung der phantastischen Literatur haben viele soziale und kulturelle, aber auch ökonomische Entwicklungen auf das Interesse an einer derartigen Kunstform eingewirkt, wie bereits umrissen worden ist. Art und Weise der Ausarbeitung sowie der Handhabung der konstanten Elemente dieses Genres können als Spiegel der speziellen Bedürfnisse und geistigen Strömungen der jeweiligen Zeit angesehen werden. Als illustrierendes Beispiel für die Anpassung oder auch die Reflexion des Zeitgeistes in...

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