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Militär und Gesellschaft in Preußen – Quellen zur Militärsozialisation 1713–1806

Archivalien im Land Brandenburg – Teil I: Brandenburgisches Landeshauptarchiv- (1. Hälfte)- Bearbeitet von Peter Bahl, Claudia Nowak und Ralf Pröve

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Jürgen Kloosterhuis, Bernhard R. Kroener, Klaus Neitmann and Ralf Pröve

Für Alltag, Sozialleben und Erfahrungshorizont der Menschen in der Vormoderne waren militärische Aspekte allgegenwärtig. Das gesellschaftsgeschichtlich ausgerichtete Quelleninventar für die preußische Zentrallandschaft von der Elbe bis zur Oder führt tief in diese Welt. Es stellt eine Arbeitsgrundlage für ein breites historisches Forschungsspektrum zur Verfügung. Dieser erste von drei Teilen enthält eine ausführliche Einleitung mit Benutzungshinweisen und erschließt über 6.000 Archivalien des Brandenburgischen Landeshauptarchivs aus Oberbehörden der Kurmark Brandenburg von 1713 bis 1806.
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Einleitung

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Für die Entscheidung, ein sachthematisches Quelleninventar zur preußischen Militärgeschichte 1713–1806 mit dem besonderen Fokus auf Kontakten zwischen Militär und Gesellschaft zu erstellen, waren zwei wesentliche Voraussetzungen ausschlaggebend. Zum einen – in archivischer Perspektive – soll das Inventar die schwierige Situation auszugleichen helfen, die für die Forschung seit 1945 durch den Verlust des Heeresarchivs Potsdam besteht. Gezielt wurde daher vor allem in nichtmilitärischen Provenienzen nach möglichen Ersatzüberlieferungen oder doch Vergleichbarem gesucht. Zum anderen – in geschichtswissenschaftlicher Perspektive – soll der Forschung aussagekräftiges Material zur Verfügung gestellt werden, dass Antworten auf neue Fragen zur Innenansicht des brandenburg-preußischen Militärsystems und vor allem zum Alltag im frühmodernen Staat erlaubt. Denn nur wenn Militär und Gesellschaft gleichzeitig betrachtet und mit struktur-, gesellschafts- und kulturgeschichtlichem Blick deren Verschränkung im Alltag der Menschen berücksichtigt wird, entsteht ein vollständiges Bild, während das Militär von der älteren Forschung – in unzutreffender Projektion moderner Verhältnisse auf die Frühe Neuzeit – fast stets als isolierter Faktor behandelt worden ist. Ziel ist daher, einen struktur- und gesellschaftsgeschichtlich inspirierten Wegweiser zur einschlägigen Überlieferung zu bieten. Die „Neue Militärgeschichte“ hat in den letzten Jahrzehnten das Feld entsprechend vorbereitet und neu abgesteckt.1 Ihre Forschungsergebnisse sind in die dem Inventar beigefügte Sachsystematik, die den aktuellen Forschungsstand gleichsam in Form eines Fragenkataloges spiegelt, eingeflossen.

Betont sei, dass im Inventar (wie in den Akten) das Militär als Binnensystem zwar stets berücksichtigt wird, aber...

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