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Literatur, Utopie und Lebenskunst

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Edited By Elzbieta Kapral and Karolina Sidowska

Den Kern des vorliegenden Bandes bilden die Beiträge, die an der interdisziplinären Konferenz Literatur und Utopie (Łódź 2012) präsentiert wurden. Der Band beinhaltet vor allem jene Texte, deren Autoren sich mit dem breit verstandenen Thema der Utopie in der Literatur befassten. Schon den Titeln der Beiträge lässt sich entnehmen, dass das Thema der Utopie in der Literatur vielschichtig und auf keinen Fall nur auf eine (literarische) Epoche festzulegen ist. Die einzelnen Texte und die unterschiedlichsten Herangehensweisen der Autoren an die im Titel des Bandes angesprochene Problematik weisen auf dieses Facettenreichtum hin und liefern Inspiration zu einer intensiveren wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit diesem Thema.
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Seneca-Essai

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1

Peter Hacks

1.

Die Wirkung dieses Denkers auf die Nachwelt ist eigentümlich. Keiner untersucht seine Gedanken auf ihre Richtigkeit hin, alle reden darüber, ob sie den Urheber leiden können. Der Philosoph ist befragter als die Philosophie. Anstatt mit Erörterung erwidert man mit Zu- und Abneigung. Man hat nämlich herausgebracht, daß Senecas Weisheit und Senecas Handlungen sich in einem auch bei duldsamen Beurteilern unerlaubten Grade der Nichtübereinstimmung befinden. Man setzt, die Weisheit sei unstreitig erfreulich; man setzt ferner, die Handlungen seien unstreitig unerfreulich; und man hat hiernach eigentlich nur mehr dieses höchst Müßige zu prüfen: ob man die Handlungen um der Weisheit willen zu vergeben gelaunt sei oder nicht. Die Verlegenheit wird noch erhöht durch Senecas Theaterstücke, welche ihrerseits weder zu Senecas Leben noch zu Senecas Taten passen, und die hochzuschätzen den Marktschreiern der Verzweiflung vorbehalten blieb, übrigens meist in England, dem Land der blutigen Hintern. Das Bild weniger Leute ist wie seines verzerrt durch eine von alters her verklemmte Richtung des Hinsehens.

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