Show Less
Restricted access

Niccolò Machiavelli – Die Macht und der Schein

2., aktualisierte und erweiterte Auflage

Dirk Hoeges

Machiavelli entwirft die Figur des modernen Herrschers im Spannungsverhältnis von Macht und Schein. Nichts sein – alles scheinen wird zur Bedingung für Erwerb und Erhalt von Macht. Dabei ist Machiavellis Entdeckung und Nutzung der Perspektive für das Wesen des Politischen entscheidend. Unter die Perspektive diffuser Beobachter geraten, wird Herrschaft von der Inszenierung abhängig. Macht ohne Schein scheitert wie Schein ohne Macht. Es schlägt die Stunde der Medien. Sie arbeiten am Schein. Durch präzise Textanalyse wird der «Fürst» als komplexe Kunstfigur sichtbar. Machiavellis berühmtester Text wie sein umfangreiches Gesamtwerk aus Prosa und Poesie ist nur mittels Ästhetik und Rhetorik zu verstehen. Es zeigt den kritischen Humanisten und gewandten Politiker als Meister vieler literarischer Formen, mit denen er von Jugend an vertraut wurde.
Show Summary Details
Restricted access

Autor, Regisseur und Komponist – «Mandragola» Machiavelli, Bastiano da San Gallo, Andrea del Sarto

Extract



Bekannt sind nähere Umstände einer Aufführung der «Clizia», für die Bastiano da San Gallo, genannt «Aristoteles» («detto Aristotile») die Bühnendekoration zusammen mit Andrea del Sarto schuf.

Giorgio Vasari berichtet in seiner «Vita» des «Aristotile» da San Gallo von zwei Komödieninszenierungen, die vor 1527 stattgefunden haben müssen. Die eine ist «Mandragola», die er eine «piacevolissima comedia» nennt und eine weitere desselben Autors, dessen Namen er nicht nennt; bei dieser kann es sich um «Clizia» gehandelt haben. Vasari schreibt von der Beziehung San Gallos zu den Machiavelli-Vertrauten Luigi Alamanni und Zanobi Buondelmonti sowie von seiner Freundschaft mit Andrea del Sarto. Machiavellis Verbindungen in jener «friedlichen» Zeit, in der Florenz unter den Medici bis zu ihrer erneuten Vertreibung im Jahre 1527 lebt, erstrecken sich also auf Intellektuelle und Künstlerarchitekten wie San Gallo und del Sarto; beide sind an der Inszenierung seiner Komödien maßgeblich beteiligt.1

Die «Mandragola» wurde von der «Compagnia della cazzuola» im Hause des Bernardino di Giordano bei Monteloro aufgeführt, die wahrscheinlich von Vasari gemeinte «Clizia» im Hause des Iacopo Forniciao, zu dessen engerem Gesellschaftskreis in jenen Jahren auch Machiavelli gehörte; hier lernte er Barbera Salutati Raffacani, «die Barbera», kennen. Nach Vasari gefiel das Stück besonders den anwesenden Herren Alessandro und Ippolito de’ Medici,2 zu dieser Zeit beide um die 16 Jahre alt. Der Bastard Ippolito, später Kardinal und von Tizian und Pontormo gemalt, sollte schon 1535 sterben, wahrscheinlich von Alessandro...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.