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Wirtschaftsmacht Afrika

Wachstumspole, Potenziale und Perspektiven

Edited By Salua Nour and Ekkehard Münzing

Mit diesem Sammelband wird ein Beitrag zur aktuell kontrovers geführten Debatte über die Potenziale und Perspektiven der wirtschaftlichen Entwicklung Subsahara-Afrikas geleistet. Anders als die vom pessimistischen Diskurs oder von Schönfärberei geprägten Untersuchungen der Probleme und Chancen dieser Region basieren die Analysen von 20 renommierten Afrika-Experten in diesem Sammelband auf der Absicht, die Ursachen für den chronischen Widerspruch zwischen dem Reichtum dieser Region an Produktionsfaktoren und der Perpetuierung ihrer Lage als Hauptkrisenregion im weltweiten Vergleich aufzudecken. Ausgehend von der Bestimmung ihrer Potenziale werden zwei Fragen erörtert: a) nach den vielfältigen Faktoren, die deren Nutzung behindern, und b) nach der Möglichkeit der Überwindung dieser Faktoren.
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Rahmenbedingungen und Wachstumspotenziale in Subsahara-Afrika

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Die Entwicklung der Demokratie in SubsaharaAfrika

Gero Erdmann6

1. Afrikanische Transitionen – übersehen und unterschätzt

Wo bleibt der afrikanische Frühling? Wiederholt wird diese Frage in Folge des arabischen Aufbruchs gestellt. Indes, sie ist längst beantwortet: SubsaharaAfrika hat sein politisches Frühjahr bereits vor 20 Jahren erlebt – und es ist bis heute erfolgreicher als in der arabischen Welt, Nordafrika eingeschlossen.

Es war der »Wind aus dem Osten, der die Kokosnusspalmen durchschüttelt«, wie es Omar Bongo, der alte Diktator Gabuns, im April 1990 formulierte. Er meinte damit die Signale, die von der großen Transition in Osteuropa 1989 ausgingen. Die Bilder von Nicolae Ceaușescus standrechtlicher Hinrichtung in Rumänien zeigten in Subsahara-Afrika ungeahnte Wirkung: Auch stalinistische Despoten können beseitigt werden, lautete die Botschaft. Die Folge waren Massendemonstrationen in den Straßen der meisten afrikanischen Hauptstädte. Kaum eine Diktatur blieb in dieser Region über die nächsten Jahre davon verschont. Freie Wahlen, Demokratie und Menschenrechte waren die großen Schlagworte der unterdrückten Opposition. Im Hintergrund standen die nichteingelösten Versprechen autoritärer Herrschaft: rasche Entwicklung für alle und Überwindung der Armut. In Wirklichkeit hatten die Diktaturen in SubsaharaAfrika – anders als etwa in Asien – keine wirtschaftliche oder soziale Entwicklung ermöglicht. Im Gegenteil, in nicht wenigen Ländern waren die Entwicklungsindikatoren noch unter das Niveau der ausgehenden Kolonialzeit der 1960er gefallen. Die sogenannten »IWF-Brotunruhen« Mitte der 1980er Jahre waren nur soziale Proteste gegen die Massenverarmung gewesen – noch ohne...

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