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Kulturwissenschaften der Moderne

Band 3: Das 20. Jahrhundert

Edited By Peter Nitschke

Kulturwissenschaften sind eine Sammeldisziplin in der Moderne geworden, bei der sich ganz unterschiedliche Fachdisziplinen unter dem Paradigma der Kultur zusammengefunden haben. Mit Blick auf das 20. Jahrhundert behandelt das Buch folgende Themen: Plakatpropaganda im Ersten Weltkrieg – Die Schuldfrage nach Jaspers – Der Biologismus – Gerechtigkeit in der Globalisierung – Von der Frauenfrage zum Genderansatz – Die kulturelle Funktion der Bundespräsidenten in Deutschland – Hannah Arendts politische Kulturdiagnose – Der Untergang des Abendlandes und der Clash of Civilizations.
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Das Amt des Bundespräsidenten als Spiegelbild der politischen Kultur in Deutschland: Martin Schwarz

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Das Amt des Bundespräsidenten als Spiegelbild der politischen Kultur in Deutschland

Martin Schwarz

I.Das Amt in seiner Begründung

Dem Amt des höchsten Repräsentanten der Bundesrepublik wird eher selten eine größere Aufmerksamkeit zuteil,1 was exakt der Intention entspricht, mit der sich der Parlamentarische Rat – oder genauer: der Ausschuss für Organisation – für die Einrichtung des Amtes ausgesprochen hatte.2 Die 13 stimmberechtigten Mitglieder benötigten insgesamt nur 32 Sitzungen, um nach den doppelten Traumata von Weimar und der Nazi-Diktatur eine Reihe von Grundsatzentscheidungen zu fällen, mit denen sie zugleich die Weichen für die politische Kultur der künftigen Bundesrepublik stellten. Eine dieser Entscheidungen betraf die durchaus verständliche Frage, wie die angestrebte und für parlamentarische Systeme charakteristische zweigeteilte Exekutivspitze, bestehend aus Staatsoberhaupt und Regierungschef, realisiert und dabei gleichzeitig Weimarer Verhältnisse verhindert werden konnten. Die hier zugrunde liegenden Überlegungen und Vorbehalte lassen sich mit Blick auf die von Almond und Verba formulierten Kriterien im Wesentlichen wie folgt konkretisieren:3 ← 135 | 136 →

Im Bewusstsein für die eigene Geschichte und unter Berücksichtigung der zum Teil divergierenden Wahrnehmungsmuster und Beurteilungsmaßstäbe im Parlamentarischen Rat kumulierten in dessen Entscheidungen die Interessen, Werte, Überzeugungen und nicht zuletzt auch Hoffnungen von Persönlichkeiten, die gleich in mehrfacher Hinsicht unfrei waren: die Verpflichtungen gegenüber den Siegermächten und gegenüber denjenigen, die sich an den Rand gedrängt sahen, aber weiterhin für radikales Gedankengut empfänglich...

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