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Wirklichkeit und Literatur

Strategien dokumentarischen Schreibens in der Weimarer Republik

Matthias Uecker

Die Studie entwickelt einen breit angelegten Überblick zur Dokumentarliteratur des Weimarer Republik. Strategien und Poetik dokumentarischen Schreibens werden im Kontext der allgemeinen Krise des Literatursystems, neuer Konzeptionen von Autorschaft und dem Einfluß der neuen Medien verortet, bevor ihre Motivation und Leistungen im Bereich des Romans, der Reportage und des Dramas untersucht werden. Dokumentarisches Schreiben wird interpretiert als Versuch, den scheinbaren Funktionsschwund fiktionaler Literatur durch die Übernahme und Imitation von journalistischen, sozialwissenschaftlichen und fotografischen Darstellungsweisen zu kompensieren. Der Schwerpunkt der Analyse gilt nicht den spezifischen politischen Intentionen und ideologischen Gehalten dieser Texte, sondern ihrer Position innerhalb des Literatursystems und ihrer Beziehung zur außerliterarischen Wirklichkeit.
Aus dem Inhalt: Der dokumentarische Diskurs im Literatursystem der Weimarer Republik – Arbeitsformen und Aufgaben des Schriftstellers in der Zeit – Zum Verhältnis von Dokumentarismus und neuen Medien in der Weimarer Republik – Formen des dokumentarischen Romans – Formen und Gebrauchsweisen der literarischen Reportage – Revolten, Zeitstücke und Regietheater – Kritik und Nachleben des neusachlichen Dokumentarismus.