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Distanz in Leben und Romanwerk Goethes

Zur Rettung einer Dichterexistenz

Elisabeth Draguhn

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) wollte von Jugend an ein Poeta laureatus, ein lorbeergekrönter Dichter, sein. Die Fluchten Goethes können nach dieser Studie als Distanznehmen gedeutet werden. Distanz ist das Zauberwort, das dem bis zu seinem Lebensende liebenden und produktiv tätigen Olympier ermöglichte, seinen Lebenstraum zu verwirklichen – auch oder insbesondere als geselliger Zeitgenosse im revolutionären Europa des 18./19. Jahrhunderts. Goethe hat seine Empfindungen aus der Distanz in Dichtung transformiert. Isolation, ausgrenzende Gesellschaftsstrukturen, die Komplexität und Zerbrechlichkeit der Ehe, Erziehung, Industrialisierung, Migration und das Leben als entsagungsvolle Wanderschaft werden in Goethes Romanen distanziert thematisiert und zeigen frappierende Aktualität.
Inhalt: Distanz in den Schriften – Tod und Dichtung – Dichtung als Medium der Erinnerung und Verdrängung – Dreiecksbeziehung - Herz/Schmerz – Die «Geistesehe». Charlotte von Stein - die Sterngestalt – Tod der Leidenschaft – Rat-Schläge des Mittlers – Zwergin im Kästchen und Ring der Verwandlung – Brüche in der Erzählung als erzieherische Komponente – Spiegel als produktionsästhetisches Werkzeug des Autors.