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Medienfiktionen

Illusion - Inszenierung - Simulation- Festschrift für Helmut Schanze zum 60. Geburtstag

Sibylle Bolik, Manfred Kammer, Thomas Kind and Susanne Pütz

Mit zunehmend komplexer werdenden Medien- und Kommunikationssystemen gewinnt die Frage nach dem Verhältnis von Medien- und Lebenswirklichkeit erneut an Aktualität. Nicht nur in der wissenschaftlichen Diskussion werden die Grenzen zwischen Lebensrealitäten und Medienrealitäten problematisiert, wobei Begrifflichkeiten der «alten Medien» auf Phänomene der «neuen Medien» Anwendung finden. Waren die Begriffe der Illusion und der Inszenierung als ästhetische Kategorien noch auf fiktionale Gattungen konzentriert, so stellen sie in der Diskussion um die neuen Medien die Authentizität medialer Darstellung insgesamt in Frage: Auch im non-fiktionalen Bereich entstehen Medienfiktionen.
Die Beiträge der Festschrift beschreiben ein breites Spektrum von Fiktionsproblemen in alten und neuen Medien und lesen sich zugleich als Reflexionen zu einem Thema, das im wissenschaftlichen Werk von Helmut Schanze von besonderer Bedeutung war und ist.
Aus dem Inhalt: Siegfried J. Schmidt: Medienkultur. Verfall oder Normalität? - Peter Ludes: Medienwissenschaften. Kultur- und sozialwissenschaftliche Perspektiven - Andreas Käuser: Haltung und Habitus als geistes- und medienwissenschaftliche Grundbegriffe - Reinhold Viehoff: Die Formanekisierung der Kommunikation oder Anonymität als Problem der (literarischen) Kommunikation - Peter M. Spangenberg: Medien, Maschinen und Werkzeuge. Überlegungen zur Genese und Bedeutung hybrider Beobachtungskonzepte - Helmut Heinze/Klaus Walter: Vom Abstraktwerden der Massenmedien - Konrad Scherfer: Die Medienfiktionen Vilém Flussers. Medientheoretische Reflexionen ohne argumentative Absicherung - Rainer Leschke: Die Zerstreuung der Vernunft. Überlegungen zum Diskurs postmoderner Medientheorien - Helmut Kreuzer: Erfindung und Wirklichkeit, Individualität und Kollektiv: Streiflichter auf deutsche Hörspiele um 1930 - Peter Seibert: Von der Zeitenwende zur Wendezeit. Anmerkungen zu Brechts Lindberghflug / Ozeanflug - Ralf Schnell: Gibt es eine «Sprache» des Films? - Klaus Kreimeier: Berthold Viertel und die doppelte Verdopplung der Kaiser-Ikone in einem Kino zu Wien, anno 1910 - Gerd Hallenberger: Kinoarchitektur und Kinoerlebnis - Gerhard Lampe: Continuity-editing oder Weshalb wirken Spielfilme? - Sibylle Bolik: Die Illusionsfalle. Glaubwürdigkeit als Qualitätsmerkmal filmischer Fiktionen - Joan Kristin Bleicher: Der Meister und die Medien. Anmerkungen zur Vorformung medialer Darstellungsprinzipien in den Prosaarbeiten Goethes - Jürgen Kühnel: Walter Felsensteins Fidelio-Verfilmung. Anmerkungen zu einem Klassiker des Opernfilms - Sigrid Wiesmann: «Der Preis wird mit dem Messer bezahlt.» Einige Anmerkungen zu Peter Brooks Verfilmung der Carmen - Volker Roloff: 1789 als Theaterfilm - Susanne Pütz: Nieder mit Goethe¿ Eine fiktive Fernseh-Theater-Talkshow - Werner Faulstich/Ricarda Strobel: Struktur, Spannung, Bedeutung. Zum Erfolgsgeheimnis der Filme von John Carpenter - Magda Motté: Geschichten in Bildern - Susanne Vollberg: Fiktion oder gesellschaftliche Wirklichkeit? Verbrechen im ost- und westdeutschen Krimi - Karl Prümm: Musiktheorie als Filmtheorie. Hans Erdmann und die Stummfilmmusik - Werner Klüppelholz: «Erst der Löffel, dann die Suppe». Zur Analyse der Tonspur im Spielfilm - Rolf Großmann: Musik für Klavier und Medium - Glenn Gould - Gerhard Wild: Entgrenzung durch Reduktion. Hugo, Liszt und das Klavier als Medium romantischer Entgrenzung - Krischan Schulte: Grenzen der Nachahmung musikalischer Strukturen im Textabdruck - Lucie Peetz: Vom Fernseh-Konsum der älteren Generation. Überlegungen zu einer vernachlässigten Zielgruppe - Peter Gendolla: DigItalien. Nach Goethe - Thomas Kamphusmann: Zugänge. Zu Interfaces zwischen Literatur und Leser - Manfred Kammer: Blicke in die Zukunft - Thomas Kind: Am Ende der Gutenberg-Galaxis steht Gutenberg - Petra Tabeling: Literatur auf CD-ROM. Statische Transfers und mediale Möglichkeiten - Kai-Peter Keusen: Digitale Dramaturgien - Y2K: «It's not a bug. It's a feature.» - Uwe Mattusch: Raum, Zeit, Körper und Virtualität - Zur Bedeutung des Raumes in Zeiten raum-zeitlicher Entkopplungen - Josef Wallmannsberger: Kleine Künste für Große Netze: Etuden medialer Leichtigkeit - Christian W. Thomsen: Neue Wege der Medienkunst im Cyberspace.