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Bekannte Helden in neuen Gewändern?

Intertextuelles Erzählen im «Biterolf und Dietleib» sowie am Beispiel Keies und Gaweins im «Lanzelet», «Wigalois» und der «Crone»

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Andreas Daiber

Die konstitutiven Figuren der klassischen Helden- und Artusepik waren offenbar attraktiv genug, um ihre Biographien zu erweitern und fortzusetzen. Dies geschieht sowohl im 'Biterolf und Dietleib' als auch im 'Lanzelet', dem 'Wigalois' und der 'Crone' mit ganz eigenen Erzählstrategien und Zielsetzungen. Dabei erweisen sich jene wiederverwendeten Figuren in ihrer Mischung aus Tradition und Innovation im weiteren Sinn als Elemente intertextuellen Erzählens. Damit gelingt es, diese oft als «epigonal» geringgeschätzten Werke der zweiten Generation adäquater zu beurteilen: Die bekannten Helden präsentieren sich in neuen Gewändern, deren Muster nicht nur eine überraschende Funktionsvielfalt im selbstbewußten Umgang mit dem vorgegebenen narrativen Material offenbaren, sondern in der Qualität dieser Fremdtextverweise auch hohe Anforderungen an die literarische Kompetenz des Rezipienten stellen.
Aus dem Inhalt: Methodik: Wiederverwendung von Figuren als intertextuelles Verfahren - 'Biterolf und Dietleib' als Beispiel für nachklassische Heldenepik: Untersuchung der wichtigsten Figuren Biterolf, Dietleib, Rüedeger, Walther, Dietrich, Siegfried, der Wormser Könige, Hagens und Brünhilds - 'Lanzelet', 'Wigalois', 'Crone' als Beispiele nachklassischer Artusepik: Untersuchung der zwei wichtigsten Repräsentanten Keie und Gawein - Ergebnisse: Aufgerufene Prätexte, Funktionen von Fremdtextverweisen, Anmerkungen zur Gattungsproblematik und Rezeption.