Show Less
Restricted access

Regierung durch Diskussion?

Diskurs- und Verhandlungsverfahren im Kontext von Demokratietheorie und Steuerungsdiskussion

Peter Henning Feindt

Diskurs- und Verhandlungsverfahren dienen der breiteren politischen Beteiligung und einer erhöhten Qualität der politischen Beratung. Das zugrunde liegende Konzept ‘deliberativer Demokratie’ wird in seiner diskurstheoretischen (Habermas) wie in seiner liberalen Variante (Rawls) entfaltet, um demokratietheoretische Leistungsanforderungen an Diskurs- und Verhandlungsverfahren präzise abzuleiten. Vor diesem Hintergrund wird die Vielfalt praktisch erprobter Beteiligungsverfahren systematisiert und gegen andere Formen politischer Kommunikation abgegrenzt. Einer Bestandsaufnahme der staats- und gesellschaftstheoretischen Begründungen für mehr partizipative Deliberation folgt die Auseinandersetzung mit vor allem systemtheoretischen Einwänden (Luhmann) und eine Einbettung in die Debatte um neue Formen politischer Steuerung und gesellschaftlicher Selbststeuerung. Als Fallbeispiel dient das Mediationsverfahren zur Frage weiterer Gesundheitsräume im Umfeld des Hamburger Hauptbahnhofs, um mögliche Leistungen und Grenzen diskursiver Partizipation und deren Auswirkungen auf das politische System der Bundesrepublik abzuschätzen.
Aus dem Inhalt: Zum Problem demokratischer Legitimation – Deliberative Demokratie – Öffentlichkeit, Diskurs- und Verhandlungsverfahren: Differenzierungen – Vier Gründe für mehr partizipative Deliberation – Im Kontext multipler funktionaler Rationalitäten und des Formwandels gesellschaftlicher Steuerung – Das Mediationsverfahren «Gesundheitsräume in St. Georg?»