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Invasion aus der Vergangenheit

Das Deutschlandbild in francophonen Bandes Dessinées

Joachim Sistig

In den verschiedenen Äußerungsformen der massenkulturellen Medien reflektieren sich ideale Wunschformeln, reine Helden und kollektive Psychosen unter der Oberfläche des populären Diskurses. Comics sind das Sprachrohr des Mainstreams, tragen aber zum Teil auch zu dessen Entwicklung bei und können dabei einen eigenen autonomen Standpunkt gegenüber dem herrschenden Diskurs entwickeln. Die deutsch-französischen Beziehungen sind von einer gegenseitigen Wahrnehmung in Stereotyp-Mustern geprägt, die zwischen den Aggregatzuständen Krieg (häufig), Frieden (selten) und Neutralität (seltener) unterscheidet. Aus französischer Perspektive besitzt das Deutschlandbild vielfach über die referentielle Kommunikationsebene hinaus eine klar definierte Funktion im Rahmen der eigenen Nationalmythologie. Aus deutscher Perspektive gewährt dieser triviale Ausblick einen interessanten Einblick in das, was bei unseren nächsten Nachbarn gemeinhin unter deutscher Leitkultur verstanden wird.
Aus dem Inhalt: Deutschlandbilder in frankophonen Bandes Dessinées von 1900 bis 2000 – Landser-Romantik versus politisches Manifest – Instrumentalisierung durch die politische Propaganda versus non-konformistische Entlarvungsstragegie – Eine historische Chronologie der BD-Entwicklung mit seinen wichtigsten französischen und belgischen Autoren.