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Die Modernisierung von Madrasas (Koranschulen) in Indien

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Horst Friedrich Rolly

Das indische Bildungsministerium startete 1994 das «Scheme for Financial Assistance for Modernization of Madrasa Education», das mit der Einführung säkularer Komponenten in den Lehrplan der Madrasas (Koranschulen) eine graduelle Anpassung an das öffentliche Schulwesen beabsichtigt und das auf eine staatliche Anerkennung der Madrasas auf Sekundarschulebene hinauslaufen könnte. Weltoffene und säkular orientierte Muslime befürworten die angestrebte Qualifizierungsmaßnahme, konservative Muslime dagegen sehen darin eine Verschwörung gegen den Islam. Diese Studie untersucht die Traditionsverpflichtung und Modernisierungsbereitschaft der islamischen Gelehrten und des Managements von Madrasas zwischen säkularer Systemdirektive, kulturpolitischer Akzeptanz und eigenkultureller Selbstbestimmung. Ein friedenspädagogischer Exkurs untersucht die Bedeutung indischer und pakistanischer Madrasas für den Frieden in Südasien.
Aus dem Inhalt: Geschichte der muslimischen Bildung in Indien – Der traditionelle Lehrplan der Madrasas – Das islamische Bildungsideal zwischen Modernisierungsbereitschaft und Traditionsverpflichtung – Das islamische Stiftungsrecht (wakf) – Religion und Politik im Islam und der Frieden zwischen Indien und Pakistan – Islamische Authentizität und die Menschenrechte – Bildung und zivilgesellschaftliche Pluralisierung in multikulturellen Gesellschaften.