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Erzählen im Kontext von Affekt und Ratio

Studien zu Konrads von Würzburg «Partonopier und Meliûr»

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Susanne Rikl

Die Forschung hat Konrad von Würzburg in seinem Werk 'Partonopier und Meliûr' von Anfang an ein großes psychologisches Interesse an der Gestaltung seiner Figuren zugeschrieben. Doch nicht nur die Figuren des Romans, schon der Autor bewegt sich im Spannungsfeld von rationalen und affektiven Kräften. So jedenfalls formuliert es sein Erzähler: das Dichten sei «ein nütze fröuden spil». Diese Spannung zwischen Affekt und Ratio wird in der ganzen Dichtung umgesetzt: in der Figurenzeichnung, im Erzählen auf zwei Handlungsebenen, in der Kunsttheorie, die vor dem prodesse das delectare verlangt. Konrad erzählt die Geschichte von 'Partonopier und Meliûr' neu. Er präsentiert sie als historie, in der im fortschreitenden Erzählen dieselben Kräfte wirksam werden, die die Figuren und nicht zuletzt auch den Rezipienten beherrschen.
Aus dem Inhalt: Zu Struktur und Tektonik der inneren und äußeren Handlungsebene - Der Sieg der potentiae sensitivae oder die despotische Steuerung der Körper - Der Sieg der potentiae intellectivae oder die politische Steuerung der Sinne - Erzählen als prozessuale Annäherung an Wahrheit.