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Max von Pettenkofer (1818-1901)

Die Entstehung der modernen Hygiene aus den empirischen Studien menschlicher Lebensgrundlagen

Martin Weyer-von Schoultz

Max von Pettenkofer, erster Professor für Hygiene an deutschen Universitäten, gerät zunehmend in Vergessenheit: Im Gegensatz zu seinem vermeintlich übermächtigen Konkurrenten, dem Nobelpreisträger Robert Koch, fristen Max von Pettenkofer und seine experimentelle Hygiene ein Schattendasein. Diese Biographie will nicht nur den Beitrag Pettenkofers zur wissenschaftlichen Etablierung des Lehrfachs Hygiene, sondern auch die zum Teil widrigen Rahmenbedingungen beleuchten, mit denen Pettenkofer zu kämpfen hatte. Angesichts der Hilflosigkeit der kurativen Medizin gegenüber den im 19. Jahrhundert grassierenden epidemischen Krankheiten kommt Pettenkofer eine Schlüsselrolle bei der Neuformulierung sanitätspolizeilicher Grundsätze zu: Seine Studien der belebten und unbelebten Umwelt des Menschen veranlassten eine Vielzahl mitteleuropäischer Städte, diese umfassend zu sanieren und ungeheure Summen in den Auf- und Ausbau einer systematischen Kanalisation zu investieren. Die Darstellung basiert auf biographischen Dokumenten und zeitgenössischen Berichten über Person und Schaffen Max von Pettenkofers sowie seinen zahlreichen Veröffentlichungen.
Aus dem Inhalt: Etablierung des Fachs Hygiene an deutschen Universitäten – Pettenkofers Experimente in den Bereichen der exakten Wissenschaften – Physiologie des Menschen – Maßnahmen zur Bekämpfung epidemischer Krankheiten – Sanierung der Städte durch eine systematische Kanalisation – Gelehrtenstreit über die Hamburger Choleraepidemie – Selbstversuch Pettenkofers – Pettenkofers Bedeutung für die Gesundheitswissenschaften.