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Johannes Popitz (1884-1945)

Jurist, Politiker, Staatsdenker unter drei Reichen – Mann des Widerstands

Katharina Voß

Johannes Popitz hat als Beamter und quasi allmächtiger Staatssekretär im Reichsschatzamt beziehungsweise Reichsfinanzministerium in der Weimarer Republik die Steuergesetze maßgebend konzipiert, die bis heute die Struktur der Steuergesetze bestimmen. Als preußischer Finanzminister wirkte er auch im Dritten Reich an der Ausgestaltung der nationalsozialistischen Steuergesetzgebung mit. Popitz war darüber hinaus auch Wissenschaftler und Hochschullehrer und gehörte zu den Steuerjuristen, die das Steuerrecht als eigenständiges Rechtsgebiet der Rechtswissenschaften begründet haben. Als Teilnehmer der Sitzungen des Reichskabinetts unter Hitler hatte er, wie erstmals in diesem Buch nachgewiesen wird, einen wesentlichen Anteil an der nationalsozialistischen Gesetzgebung, mit der demokratische und rechtsstaatliche Grundsätze ausgelöscht wurden. Popitz war nicht nur der Vater der Umsatzsteuer, sondern gehörte mit Göring zu den Vätern der geheimen Staatspolizei. Ab 1938 schloss er sich dem Widerstand an. Er wurde nach dem Attentat des Grafen Stauffenberg auf Hitler zum Tode verurteilt und im Februar 1945 hingerichtet.
Aus dem Inhalt: Popitz’ Lebenslauf und beruflicher Werdegang vom Regierungsassesor über den Staatssekretär zum Minister in den drei Reichen – Schöpfer wesentlicher Steuerreform- und Finanzausgleichsgesetze in der Weimarer Republik und im Dritten Reich – Mitgestalter nationalsozialistischer Gesetzgebung zur Beseitigung der Demokratie und des Rechtsstaats – Hinrichtung als Widerstandskämpfer im Februar 1945.