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Figuren der Vermittlung in den Evangelien

Eine religionsphilosophische Studie

Lorenz Wilkens

Die Vergegenwärtigung des Todes Jesu als eines Sühnopfers hat den christlichen Kult begründet und entscheidet bis heute über seinen Charakter. Zugleich begann die Rationalisierung der biblischen Tradition zur christlichen Dogmatik, die von der Ausnahme ausgeht, Christus, der Sohn Gottes, sei vom Ursprung her eine Hypostase der Gottheit. Beide – die Begründung des Kults und die Rationalisierung der biblischen Tradition – tragen zur Entfremdung der Kirche vom Judentum das Wesentliche bei. Dagegen stehen die «Figuren der Vermittlung in den Evangelien»: Mysterion, Sakrament, Gleichnis, Logos, Inkarnation, Weisheit. Sie stammen aus der biblischen Vorgeschichte der Kirche. Mit ihnen betritt man das Spannungsfeld zwischen der Weisheitstradition und der Apokalyptik. Es sind ebenso viele Schlüssel zu den Erfahrungen, die die Kirche begründet haben und folglich zu einer unbefangenen Auseinandersetzung mit dem Judentum.
Aus dem Inhalt: Das Abendmahl ein Mysterion? – Der Logos im Markusevangelium – Die Antinomie im Begriff der Inkarnation – Die Repräsentation in der idealistischen Aufhebung der Religion – Zur historischen Dialektik des Sakraments – Die Zweideutigkeit im christologischen Paradox und die Passion Jesu – Jesus Verkörperung der Weisheit – Zu Horkheimers und Adornos Kritik am Christentum.