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Zwangsumtausch

Wie Kohl und Lafontaine die D-Mark abschafften

Jens Peter Paul

Der deutsche Weg zum Euro war ein politisches Abenteuer voller Tücken und Machtspiele: Mehrmals stand das Projekt vor dem Scheitern. Ein Außenminister, der einen arglosen Bundesbankchef seine Bundesbank entmachten läßt. Medien, die das Thema verschlafen. Ein Ministerpräsident, der nachts vor der Wahl steht, das Ende der D-Mark abzunicken oder seine CSU zu zerlegen. Ein Zentralbankrat, der als Kronzeuge benutzt wird, die Währungsunion als morsch durchschaut und ihr dennoch den Weg bahnt. Ein französischer Präsident, der schwache Momente des Bundeskanzlers ausnutzt. Ein SPD-Chef, der den Euro als Wahlkampfthema testet und scheitert. Ein schlingernder Helmut Kohl, der mühsam in der Spur gehalten wird. Verängstigte Bürger, die machtlose Abgeordnete bestürmen. Banken, die aus der Verunsicherung ein Geschäft machen. Ein Bundestag ohne Chance, Einfluß auf die Geschichte zu nehmen. Wer wissen will, wie den Deutschen ihre geliebte D-Mark in einem 15 Jahre dauernden Verfahren zentimeterweise abgerungen wurde, wird in diesem Dokument fündig. Sollte die Europäische Währungsunion eines Tages scheitern – hier sind die Ursachen jetzt schon nachzulesen.
Aus dem Inhalt: Deutschlands Weg in die Währungsunion: Hätte der Bundestag die D-Mark retten können? – Pöhl erledigt aus Versehen seine Währung und seine Bundesbank – Kohl: Mein Verzicht zugunsten von Schäuble fiel aus wg. Euro – Menschen sehen neues Geld als Fortsetzung deutscher Sühne – Wollte Kohl 1997 alles aufgeben? – Wider besseres Wissen macht Bundesbank Kohl den Weg frei – Waigel bringt Stoiber in letzter Minute mit einer Drohung auf Kurs.