Show Less
Restricted access

«Wo keine Regierung existiert, gibt es keinen Gott»

Zivilreligion im antebellum Amerika am Beispiel der Gemeinschaft der Shaker

Tanja Kasischke

Die Arbeit zitiert die protestantische Religionsgemeinschaft der Shaker (United Society of Believers), eine zunächst in England ansässige, radikalisierte Quäker-Gruppe, die 1774 nach Amerika immigrierte. «Wo keine Regierung existiert, gibt es keinen Gott» – das suggeriert eine nachhaltige Thematisierung des Zusammengehens von Kirche und Nation im sogenannten antebellum (Vorbürgerkriegszeit-)Amerika, zwischen 1780 und 1860. Die Reflexion dieser Wechselseitigkeit – die in der Verfassung gleichzeitig außen vor stand (hier galt die Trennung von staatlicher Ordnung und theologischen Doktrinen) – bestimmte offensichtlich alle gesellschaftlichen und regionalen Dimensionen der jungen Nation, denn die Shaker stellten nur ein kleines Segment des in der antebellum Ära entstehenden religiösen Feldes der Vereinigten Staaten dar. Ihr Porträt reflektiert das zivilreligiöse Verständnis in den Jahrzehnten zwischen Revolution und Bürgerkrieg.
Aus dem Inhalt: Die Ambivalenz des Gegenstandes – Religion in einer exemplarischen Geschichtsschreibung – Die Shaker: Quellenlage und Forschungsstand – Das Zeitfenster antebellum Amerika (1780-1860) in der US-Religionsgeschichtsschreibung - ein Abriss – Zur Trennung von Kirche und Staat in den USA – Second Great Awakening und Puritanismus – Die Shaker – Quäker, Shaking Quäkers, United Society - Identitätssuche und Identitätsbestimmung – ‘Hearts to God’: Institutionelle Grundlagen – Die Shaker im Second Great Awakening – Hands to work: Religion als Anleitung zur praktischen Lebensführung – Die Shaker als religiöses Gemeinschaftsmodell in zeitgenössischen Reiseberichten – Das protestantische Erbe der amerikanischen Zivilreligion kontra Säkularisierung.