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Elly Beinhorn und Bernd Rosemeyer – Kleiner Grenzverkehr zwischen Resistenz und Kumpanei im Nationalsozialismus

Studien zu Habitus und Sprache prominenter Mitläufer

Christoph Frilling

Die Arbeit untersucht Habitus und Sprache von zwei der prominentesten Sportlern der 30er-Jahre des 20. Jahrhunderts. Elly Beinhorn und Bernd Rosemeyer gehörten zu den glamourösen Stars der NS-Zeit, die sich als Mitläufer ohne Vorbehalte vor den Karren der berüchtigten NS-Propaganda spannen ließen und es so vermochten, den Nazis bis weit in die dreißiger Jahre eine internationale Salonfähigkeit zu bewahren. Ohne sich etwa als «topranking Nazis» vor der Nachwelt zu diskreditieren, verstanden sie es, ihre Vorteile aus dieser Kumpanei zu ziehen und sich gleichzeitig als distanziert oder gar resistent gegenüber dem Nationalsozialismus zu gerieren. Elly Beinhorn gilt bis heute als untadelige «Pionierin der Luftfahrt» und Bernd Rosemeyer – trotz seiner allgemein bekannten SS-Mitgliedschaft – als der unpolitische «Strahlemann» aus dem Emsland, dem man nicht ernsthaft eine Verstrickung in die Machenschaften der Nationalsozialisten anlasten möchte. Die von Christoph Frilling in diesem Band dokumentierten Studien ermöglichen es, sich vor dem Hintergrund der Zeitumstände ein differenziertes Bild von den beiden Sportlern zu verschaffen.
Aus dem Inhalt: Biographisches – Fliegerei und Autorennen – Andere Prominente als willige Unterstützer des NS-Regimes – Der Deutsche Film und die Propaganda – Technik und reaktionärer Modernismus – Gibt es eine «Lingua Tertii Imperii»? – Elly Beinhorn und ihre Sprache – Zwei Prominente der Zeitgeschichte: Elly Beinhorn und Bernd Rosemeyer – Ideologische und ideologiegeschichtliche Bedingungen vor dem Machtantritt der Nationalsozialisten.