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Europa und seine Werte

Akten der internationalen Arbeitstagung «Normen- und Wertbegriffe in der Verständigung zwischen Ost- und Westeuropa», 3./4. April 2008 in Lublin, Polen

Jerzy Bartminski and Rosemarie Lühr

Eine der Herausforderungen unserer Zeit ist die Verständigung über die immer noch bestehenden mentalen Barrieren hinweg. Linguistische, soziologische und anthropologische Analysen begrifflicher (und lexikalischer) Paneuropäismen sollen helfen, diese Schranken zu erkennen und das gemeinsame Kulturerbe aufzudecken. Gleichzeitig zeigen diese Forschungsansätze wie dieses Erbe an eigene Lebenssituationen assimiliert wird. Dabei sind die Nationalsprachen sowohl ein Spiegel für mentale Unterschiede als auch ein Zeugnis für die Öffnung gegenüber anderen Kulturen. Gemeinsam akzeptierte und praktizierte Werte – mit Freiheit, Demokratie und Solidarität an der Spitze – bilden das Fundament der Europäischen Union. Ist die mit so großer Mühe zusammengeführte wirtschaftliche und politische Gemeinschaft auch zu einer kulturellen und geistigen Gemeinschaft geworden? Werte in Bezug auf die Veränderungen im heutigen Europa stehen im Mittelpunkt dieser Aufsatzsammlung.
Aus dem Inhalt: Jörg Oberthür: Demokratiebegriff im Wandel - theoretische und methodische Überlegungen zur Rekonstruktion eines Wertdiskurses – Natalia Chumakova: Zur Entstehung und Geschichte des Begriffs ‘Demokratie’ – Alexander Aichele: Vom geringsten Übel zur Republik der Tugend: Aufstieg und Wandel des Demokratiebegriffs im 17. und 18. Jahrhundert – Monika Grzeszczak: Der Begriff demokracja ‘Demokratie’ im Gegenwartspolnisch. Versuch einer kognitiven Definition – Aleksey Yudin: Понятие «демократия» в словарях русского языка XIX-XXI веков – Oleg Poljakov: Der Begriff Demokratie im Totalitarismus: sein Verständnis in Werken von W. Lenin und L. Trotzki – Cezary Józef Olbromski: Collective (post?)democracy: Intentional Legitimisation of the Depolitical Power – Monika Bednarczuk: Naród ‘Nation’/‘Volk’ im Polnischen. Versuch einer kognitiven Definition/Explikation – Małgorzata Brzozowska: Health, sickness, and lunacy: patriotism, nationalism, and chauvinism in Polish ideological discourse – Iwona Bielińska-Gardziel: Family and its profiles in contemporary Polish – Jerzy Bartmiński: Das polnische ‘Haus’ (dom) unter dem physikalischen, sozialen und kulturellen Aspekt – Michael Fleischer: Die Stabilität der polnischen Kollektivsymbolik (Ergebnisse einer zweiten kollektivsymbolischen Erhebung) – Bettina Bock: Der Wert ‘Eigentum’ in Europhrasen – Nina Gryshkova: The lexemes воля (will, freedom) and самосmіŭнісm ь (independence) in the Ukrainian language – Olga Frolova: Семантика ответственн ости – Ioan Lăzărescu: Die Begriffe securitate und siguranţă im rumänischen Wortschatz. Eine Untersuchung ihres Bedeutungsfeldes und des von ihnen erfahrenen Bedeutungswandels – Genc Lafe: Über einige Entwicklungen aus dem semantisch-konzeptuellen Bereich Migration im Albanischen – Elżbieta Trubiłowicz: Die konnotative Bedeutung der Begriffe Familie, Kirche, Bildung – Hasmik Ghazaryan: Vermittlung von Normen- und Wertbegriffen durch interkulturelles Lernen und der Wertbegriff «Interkulturelle Kompetenz» – Anna Horolets: The dimensions of differentiation and convergence of value systems in national identity: A view from social anthropology – Jerzy Bartmiński/Wojciech Chlebda: Wie soll man das sprachlich-kulturelle Weltbild der Slawen und ihrer Nachbarn untersuchen?