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Denkmäler als Medien der Erinnerungskultur in Frankreich seit 1944

Mechtild Gilzmer

In keinem anderen Medium ist die Bedeutung der Vergangenheit für eine Gemeinschaft so deutlich eingeschrieben wie im Denkmal. Mit der Ehrung der Toten und der Inszenierung von Gedenkfeierlichkeiten werden individuelle (Leid-)Erfahrung und nationale Geschichte erzählt und in einen Sinnzusammenhang gestellt. Dies gilt in besonderer Weise für die Denkmalerrichtung nach dem Zweiten Weltkrieg in Frankreich, die bisher noch nicht untersucht worden ist. Mechtild Gilzmer betritt mit ihrer kulturwissenschaftlich angelegten interdisziplinären Studie wissenschaftliches Neuland. Sie rekonstruiert Denkmalinitiativen ausgehend von Quellen in regionalen und nationalen Archiven. Indem die Autorin nicht nur das Ergebnis, das fertige Denkmal, sondern auch den Prozess der Errichtung in den Blick nimmt, gelingt es ihr zudem, die verborgene Erinnerung ans Licht zu bringen, gemäß dem Diktum Reinhart Koselleks: «jedes Denkmal zeigt, indem es verschweigt».

Ein eigenes Kapi tel ist der Darstellung des Zweiten Weltkriegs im Medium Film gewidmet. Eine ikonographische Analyse rundet die Arbeit ab und zeigt überraschende Zusammenhänge zwischen nationaler Identitätsbildung und dem Einsatz von Geschlechterbildern auf.