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Elektra durch die Jahrhunderte

Ein antiker Mythos in Dramen der Moderne

Claudia Gründig

Die mykenische Königstochter Elektra, die ihrem Bruder Orest hilft, ihre eigene Mutter zu ermorden und damit den Mord am Vater rächt, ist eine Figur der Weltliteratur. Inspieriert von den ewigen Elektren, die sich seit dem klassischen Altertum einen autonomen Platz in Literatur- und Theatergeschichte erobert haben, befasst sich das Buch mit fünf ausgewählten Dramen des 20. Jahrhunderts. Zum Gegenstand der komparatistischen Untersuchung werden die Tragödie Elektra von Hugo von Hofmannsthal, die Trilogie Mourning becomes Electra von Eugene Gladstone O'Neill, die Dramen The family reunion von Thomas Stearns Eliot und Les mouches von Jean-Paul Sartre sowie Elektra, ein Einakter aus der Atriden-Tetralogie von Gerhart Hauptmann. Dabei widmet sich die Studie dem diffizilen Feld der Mythentheorie im Zeichen des postmodernen Pradigmas und einer bewusst historisierenden Darlegung der Forschungspositionen zum Sujet ebenso wie dem poetischen «Elektra-Komplex» per se. Der Mythos der Atriden, so das Fazit der Arbeit, hat sich in den Bearbeitungen der Moderne keinem echten Wandel, sondern nur einer äußerden Metamorphose unterworfen.