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Feminist Brecht?

Zum Verhältnis der Geschlechter im Werk Bertolt Brechts

Ana Kugli

Bertolt Brechts private Liebesbeziehungen wurden zum Gegenstand zahlreicher Veröffentlichungen und brachten ihm den Ruf eines «Frauenausbeuters» ein. Doch betrachtet man die Frauen, die der Augsburger Autor in seinem literarischen Werk geschaffen hat, vermittelt sich ein anderer Eindruck: Seine Frauenfiguren sind kraftvoll, selbstbewusst und trotzen ihren widrigen Lebensverhältnissen. Und mehr als das: Brechts Texte beschreiben mit ästhetischen Mitteln die gesellschaftlichen Strukturen, mit denen die Frauen seiner Zeit an einem selbstbestimmten Leben gehindert wurden. Das gelang ihm so präzise und eindringlich, dass sich zahlreiche Parallelen zwischen Brechts Darstellung des Geschlechterverhältnisses und den Ergebnissen der feministischen Forschung von den 1970er Jahren bis heute aufzeigen lassen. Feminist Brecht? – Zum Verhältnis der Geschlechter im Werk Bertolt Brechts ist eine erste systematische Analyse der Brechtschen Texte im Hinblick auf das Geschlechterverhältnis und zeichnet ein völlig neues Bild des vermeintlichen «Chauvinisten» Brecht.