Show Less
Restricted access

Hacer memoria. Der Bürgerkrieg in der Literatur der Nachgeborenen

Typologie und Analyse spanischer Gegenwartsromane von den 1980er Jahren bis heute

Elisabeth Suntrup-Andresen

Seit der Jahrtausendwende ist in Spanien eine Debatte um die lange Zeit verdrängte Bürgerkriegsvergangenheit entbrannt. Dabei muss sich die spanische Öffentlichkeit mit der Frage auseinander setzen, wie ein kollektives Erinnern aussehen kann, angesichts der Tatsache, dass die Zeitzeugen des Bürgerkrieges im wahrsten Sinne des Wortes wegsterben und das Erinnern auf die Nachgeborenen übergeht. Im Unterschied zur gerade erst einsetzenden gesellschaftspolitischen Debatte haben spanische Romanautoren den Bürgerkrieg ohne Rücksicht auf öffentliche oder gar zensurbedingte Vorgaben bereits in der Vergangenheit vielfach literarisch aufgearbeitet und dadurch gesellschaftliche Diskurse immer wieder antizipiert. Auf dem Hintergrund der Geschichte der Gedächtnisromane zum Bürgerkrieg aus der Sicht der Zeitzeugen einerseits und der hoch aktuellen gesellschaftspolitischen Erinnerungsdebatte andererseits untersucht die vorliegende Arbeit anhand ausgewählter Romane von Julio Llamazares, Rafael Chirbes, Manuel Rivas, Javier Cercas, etc. die Frage, auf welche Weise nachgeborene Autoren seit den 80er Jahren der Herausforderung begegnen, eine Vergangenheit darzustellen, die ihnen nur noch in vermittelter Form zugänglich ist. Der Arbeit zu Grunde gelegt werden kulturwissenschaftliche Gedächtniskonzepte, die unter einem generationsspezifischen Blickwinkel betrachtet und mit literaturwissenschaftlichen Ansätzen verknüpft werden.