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«Alkühmisten» und «Decoctores»

Grimmelshausen und die Medizin seiner Zeit

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Misia Sophia Doms

Wer sich auf die Suche nach der Darstellung medizinischen Denkens und Handelns in der Literatur des 17. Jahrhunderts begibt, wird im breit gefächerten Werk Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausens vielfach fündig werden. Diese Studie bietet eine ausführliche Kommentierung, medizingeschichtliche Kontextualisierung und literar- wie auch wissenschaftshistorische Interpretationen jener Passagen des Werks, die sich mit der Heilkunde, mit Heilern und mit Krankheiten befassen. Dabei wird zum einen die Fragestellung nach den Quellen(gattungen) erörtert, die dem polyhistorisch arbeitenden Autor einen Zugang zum heilkundlichen Wissen eröffnet haben könnten, und untersucht, ob beziehungsweise mit welchen Modifizierungen er medizinisches Wissen seiner Zeit in seine literarische Produktion einbrachte. Zum anderen analysiert die Autorin innerhalb einzelner Textabschnitte direkt und indirekt vorgenommene Bewertungen bestimmter Behandlungsverfahren, Heilergestalten und medizinischer Konzepte sowie die Reichweite und die Funktionen dieser ‘Medizinkritik’.
Aus dem Inhalt: Die Ordnung der Dinge und die Polypharmazie: Grimmelshausen und die galenistische Medizin – Die «Alkühmisten» und das «Saccharum saturni»: Grimmelshausens Einstellung zu Paracelsus und zur alchemia medica – Waffensalbe und böse Blicke: Grimmelshausen und die Iatromagie – Medizin zwischen Gott und Teufel: Grimmelshausen und die Iatrotheologie und Iatrodämonologie – Aurum potabile oder Aconit? Heiler- und Ärztegestalten in den Werken Grimmelshausens.