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Iranische Spuren im Zostrianos von Nag Hammadi

Persische Einflüsse auf Gnosis und Christentum

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Michael Lütge

Auch wenn keine Zitate aus Zarathustras Gathas vorliegen, ist doch in der Form der Paraphrase, in der im Hellenismus persisches Gut aufgenommen wurde, zervanistische Theologie im Zostrianos erkennbar. Persische Einflüsse auf Täufergruppen reichen bis in deren Gründungszeiten zurück, verkoppelt mit pythagoreischen, stoischen und babylonischen Einflüssen. Diese werden über das babylonische und persische Diasporajudentum rezipiert. In den Frauengestalten des Sethianismus sind phönizische Fruchtbarkeitsgöttinnen und ägyptische Himmelsgöttinnen wie Maat, Nut und Isis, vermittelt über die jüdisch-weisheitliche Sophia, erkennbar. Die Vorsokratiker und Platons Akademie haben zervanistische Theologie in die Grundlagen ihrer Systeme übernommen. Mit der Platonisierung gelangen Grundstrukturen des zervanistischen Zoroastrismus in sethianische Schriften hinein. Die Wurzel des persischen Glaubens liegt im Totenglauben der indoeuropäischen Kurgankultur, deren Schamanismus das persische Magiertum entscheidend geprägt hat. Somit sind die Schamanenrituale Ursprung der Himmelsreisen.
Inhalt: Zur Geschichte des Nag Hammadi Codex – Platonische Einflüsse im Zostrianos und Sethianismus – Narrationen und Themenkomplexe des Zostrianos – Himmelsreise – Entweltlichung – Schizophrenie – Weiblichkeit und Männlichkeit in der Jungfrau – Das göttliche Kind als Inbegriff der Vollkommenheit – Aufstieg der Seele in die Geistwelt – Taufe als Aufstiegsritual für die Seelenreise – Magischer Gesang als Herzöffner der Himmelsreise – Der Barbelo-Äon und die Himmelshierarchie – Persische Elemente im Zostrianos.